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Autoexperte warnt vor schwerer Autorezession


Autoexperte warnt vor schwerer Autorezession

08.08.2012, 15:22 Uhr | dapd, dpa-AFX

Autoexperte warnt vor schwerer Autorezession. Ferdinand Dudenhöffer zählt zu den bekanntesten Autoexperten (Quelle: dpa)

Ferdinand Dudenhöffer zählt zu den bekanntesten Autoexperten (Quelle: dpa)

Die Schuldenkrise wird für Europas Autoindustrie immer mehr zum Mühlstein. Westeuropas Automärkte drohen nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer in eine tiefe Rezession zu stürzen. "Das Jahr 2013 wird nach unserer Prognose die schlechtesten Autoverkäufe seit 1993 bringen", heißt es in einer Studie des von Dudenhöffer geleiteten Center Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen.

Autoabsatz vor 20-Jahres-Tief

Das Jahr 2012 bleibe für die Autoindustrie zunächst dank eines guten ersten Halbjahres erfolgreich. Die Krise habe sich zunächst nur auf die südeuropäischen Länder beschränkt. In der zweiten Jahreshälfte werde sich das Wachstum aber bereits deutlich abschwächen. Die Probleme im Euroraum würden dann im kommenden Jahr das Weltwirtschaftswachstum abbremsen und damit auch die erwarteten Pkw-Verkäufe.

Mit nur 11,9 Millionen abgesetzten Pkw werde im kommenden Jahr voraussichtlich ein 20-Jahres-Tief erreicht, erwarten die Forscher. Zuletzt war die Autonachfrage in Westeuropa 1993 auf einen ähnlichen Wert abgesackt, damals wurden 11,3 Millionen Wagen verkauft. In allen übrigen Jahren waren es mehr, 2000 zum Beispiel 14,8 Millionen. Im laufenden Jahr kalkuliert das CAR mit 12,1 Millionen Pkw-Verkäufen.

Hauptgrund für den einbrechenden Konsum bei langlebigen Gütern wie Autos ist die zunehmende Unsicherheit wegen der Staatsverschuldung in Süd- und Westeuropa. "Eine Staatspleite von Griechenland bis Ende des Jahres scheint kaum mehr abwendbar", schreiben die Marktbeobachter.

Tiefe Krise bis 2015?

Fast alle wichtigen Wirtschaftsforschungsinstitute und auch der Internationale Währungsfonds IWF hätten ihre Prognosen nach unten korrigiert. "Für den Automarkt in Westeuropa muss mit fortgesetzter Rezession gerechnet werden. Die Auswirkungen der Schuldenkrise sind mindestens bis 2015 zu spüren."

Der weltweite Automarkt wird den Angaben nach dagegen keinen Einbruch erleiden und von geschätzten knapp 65 Millionen Fahrzeugen in diesem Jahr auf 71,3 Millionen Fahrzeuge 2015 ansteigen. Doch Europas Autoindustrie steht vor einer Verschiebung der Machtverhältnisse.

VW ist der große Krisengewinner

So zählt Europas größter Autokonzern Volkswagen aus Sicht der Wissenschaftler zu den "Krisen-Gewinnern". Ein mittelfristiger Marktanteil von 30 Prozent in Europa sei nicht auszuschließen - VW bewege sich auf eine marktbeherrschende Stellung zu. VW ist anders als viele seiner Konkurrenten in den dynamischen Wachstumsmärkten in den Schwellenländern präsent und kann die Absatzprobleme in Europa dadurch besser bewältigen. Derweil leiden Fiat, PSA und Renault, aber auch die spanische VW-Tochter Seat sowie Zulieferer unter der Flaute in den Südländern.

Dudenhöffer fürchtet Zulieferersterben

Dudenhöffer geht dementsprechend von einem großen Zulieferersterben in den Südländern aus. In den vier Ländern Spanien, Italien, Portugal und Frankreich seien insgesamt 3200 Zulieferer mit insgesamt 240.000 Mitarbeitern tätig. "Gerade die Mittelständler werden es kaum schaffen, über fünf schwierige Jahre zu gehen", sagte er. "Nach unserer Einschätzung können bei langer Krise bis zu 25 Prozent der Zulieferunternehmen ausscheiden."

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