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Studie: Zwei von drei Verbraucher kaufen gefälschte Produkte

Studie: Zwei von drei Verbraucher kaufen gefälschte Produkte

12.12.2012, 18:48 Uhr | dpa

Studie: Zwei von drei Verbraucher kaufen gefälschte Produkte . Immer mehr Produkte werden gefälscht - für die Wirtschaft bedeutet das Milliardenschäden (Quelle: dapd)

Immer mehr Produkte werden gefälscht - für die Wirtschaft bedeutet das Milliardenschäden (Quelle: dapd)

Von Parfüm bis zu Potenzmittel: Die Flut gefälschter Markenprodukte nimmt riesige Ausmaße an. Zwei von drei Verbraucher in Deutschland haben einer Studie zufolge mindestens schon einmal eine Produktfälschung gekauft. Fast jeder dritte Verbraucher kaufte sogar bewusst ein oder mehrere Plagiate ein, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in Düsseldorf in einer Studie darstellte. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 3100 Verbrauchern. Außerdem wurden 24 Unternehmen befragt.

Schäden in zweistelliger Milliardenhöhe

"Es gibt kaum noch ein Produkt, das vor Fälschungen sicher ist", sagte der Autor der Studie, Stefan Heißner. Für die Fälscher spiele das Internet eine wachsende Rolle. Viele Firmen berichteten, dass Plagiate ihrer Produkte online angeboten werden.

Hauptsächlich junge Leute griffen absichtlich zu Plagiaten. Gut jeder dritte Verbraucher in Deutschland habe hingegen unbewusst ein gefälschtes Produkt erworben. Der Gesamtschaden für die deutsche Industrie durch die weltweite Produktpiraterie wird auf 50 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Durchschnittlich seien das sechs Prozent ihres Jahresumsatzes, wie eine Studie des Markenverbandes, der TU Berlin und des Fraunhofer Institutes ergab. Jedes Jahr fielen zudem schätzungsweise 40.000 bis 50.000 Arbeitsplätze der Markenpiraterie zum Opfer.

Firmen befürchten schlechtes Image

Hinzu kämen Kosten zur Abwehr von Fälschungen. Vor allem kleinere Mittelständler würden von Fälschungen überrascht, so Rüdiger Stihl, Vorstandsvorsitzender des Arbeitskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie. Billiges Material, miserable Arbeitsbedingungen. Wichtig sei, in den relevanten Märkten Schutzrechte anzumelden.

Zum wirtschaftlichen Schaden könne auch ein Imageschaden hinzukommen, wenn Verbraucher guten Glaubens ein vermeintliches Markenprodukt kauften und es ihre Erwartungen dann nicht erfülle. Mehr als jeder dritte Plagiatskäufer habe schlechte Erfahrungen gemacht. Eine geringe Qualität und Gesundheitsrisiken seien die wichtigsten Gründe, die aus Verbrauchersicht gegen den Kauf von Nachahmungen sprächen.

Fälscher machen gute Geschäfte

Während die Studie vorstellt wurde, berichteten Stuttgarter Zollfahnder von einem Schlag gegen Medikamentenfälscher. Mindestens elf Täter sollen über Internet-Shops und ein Fitness-Studio seit 2010 gefälschte Potenzmittel namhafter Hersteller verkauft haben. Erst im Juni diesen Jahres beschlagnahmten Fahnder zudem die größte Menge an gefälschtem Markenparfüm, die jemals in Deutschland ermittelt wurde. Zollfahnder spürten im Hamburger Hafen im Juni drei Container mit mehr als 150.000 unechten Parfümflakons auf.

Doch die Fälschermafia könne zurzeit weiterhin lukrative Gewinne einfahren - "teilweise höher als im Drogenhandel", schildert Stihl. Fehlende Standards und ein fehlendes unternehmerisches Risiko brächten mafiösen Organisationen ein attraktives Geschäft.

Ans Licht komme aber nur die Spitze des Eisberges: Trotz aller Bemühungen der Unternehmen und der guten Arbeit der Zollämter könnten schätzungsweise 90 Prozent der Plagiate die Grenzen passieren und in den Verkauf gelangen. Der Arbeitskreis, hinter dem der Deutschen- Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Markenverband stehen, will gerade junge Konsumenten über die Folgen der Markenpiraterie aufklären.

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