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Überschuldung nimmt zu: Jeder zehnte Bürger in finanzieller Klemme

Überschuldung nimmt zu: Jeder zehnte Bürger in finanzieller Klemme

08.02.2013, 12:56 Uhr | dpa, t-online.de

Überschuldung nimmt zu: Jeder zehnte Bürger in finanzieller Klemme. Viele Bürger rutschen immer tiefer in die Schulden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Bürger rutschen immer tiefer in die Schulden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Bürger in Deutschland stecken finanziell schwer in der Klemme. Insgesamt gelten hierzulande rund 6,7 Millionen Privatpersonen - also fast jeder Zehnte - als überschuldet, teilte die Wirtschaftsauskunftei Bürgel mit. In die Schuldenfalle tappen demnach vor allem zahlreiche junge Menschen. Schuld an der Misere ist laut den Experten nicht allein übermäßiger Konsum.

Vor allem junge Bürger rutschen finanziell ab

Der Anteil der überschuldeten Bürger nahm im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent zu. Die Schuldnerquote liegt demnach bei 9,7 Prozent. Auffällig ist der Auskunftei zufolge besonders die Lage der jungen Erwachsenen im Alter von 21 bis 30 Jahren. "Mit einer Schuldenquote von 17,7 Prozent sind sie am stärksten von Überschuldung betroffen - und das mit einer Zunahme um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr", sagte Bürgel-Geschäftsführer Norbert Sellin.

Zusammen mit den 18- bis 20-Jährigen, deren Verschuldung im Durchschnitt liegt, ist fast ein Drittel der überschuldeten Bundesbürger unter 31. "Die jungen Erwachsenen haben weniger Erfahrung im Umgang mit Geld und oft keine Rücklagen bei finanziellen Engpässen", sagte Sellin. "Zudem erhöhen Familiengründungen und Immobilienfinanzierungen die Ausgaben stark."

Berlin hat besonders viele Schuldner

Besonders belastet durch zu hohe Schulden sind die Einwohner von Berlin (13 Prozent der Bevölkerung), Bremen (12,6 Prozent) und Sachsen-Anhalt (12 Prozent). Geringe Schuldnerquoten weisen dagegen Bayern (7,1 Prozent), Baden-Württemberg (7,6 Prozent) und Sachsen (8,9 Prozent) aus. Männer neigen stärker zum Schuldenmachen als Frauen; sie stellen mehr als 56 Prozent der überschuldeten Privatpersonen.

Hauptursachen für Überschuldung seien Arbeitslosigkeit, Krankheit sowie Trennung oder Scheidung. Aber auch falsches Konsumverhalten, gescheiterte Selbstständigkeit oder Immobilienfinanzierung lassen Bürger tief in die Schuldenfalle tappen.

Niedriglöhne lassen Verschuldung ansteigen

Ein wichtiger Faktor sei zudem die Ausbreitung des Niedriglohnsektors, weil er die Einnahmen von Verbrauchern drastisch reduziere. Die Experten gehen von Überschuldung aus, wenn die Ausgaben für die Lebenshaltung und die Tilgung von Krediten die Einnahmen übersteigen. Die Schulden fallen an bei Banken, Versandhändlern, Versicherungen, Behörden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften.

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