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Airbus: Spatenstich für USA-Mission


Airbus: Spatenstich für USA-Mission

09.04.2013, 10:24 Uhr | dpa-AFX, AFP

Airbus: Spatenstich für USA-Mission. Spatenstich in Mobile: Airbus greift Boeing auf Heimatboden an (Quelle: Reuters)

Spatenstich in Mobile: Airbus greift Boeing auf Heimatboden an (Quelle: Reuters)

Es ist eine Kampfansage an den Erzrivalen Boeing. Mit dem neuen Werk dringt die Tochter des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS auf den Heimatmarkt ihres US-Rivalen Boeing vor. Airbus erhofft sich dadurch unter anderem bessere Chancen beim Kampf um Großaufträge von US-Fluglinien und der US-Regierung.

Im Bundesstaat Alabama haben die Arbeiten für das erste Werk des europäischen Flugzeugbauers in den USA begonnen. Beim Spatenstich in Mobile sprach Airbus-Chef Fabrice Brégier von "einem wichtigen Meilenstein" für das Unternehmen. Airbus werde durch die neue Fabrik in Asien, Amerika und Europa produzieren. "Das bedeutet, dass wir wirklich ein Weltunternehmen werden."

In Mobile sollen bis zu 1000 Mitarbeiter unter anderem Maschinen des Erfolgsmodells A320 montieren, aber auch Modelle der A319 und der A321. Erste Flugzeuge aus dem US-Werk sollen 2016 ausgeliefert werden.

Airbus liegt auch dank "Dreamliner"-Panne vorn

"Das Potenzial ist groß", sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier in einer Videoansprache auf der Firmen-Website. Derzeit habe Airbus 17 bis 20 Prozent Marktanteil in den USA. Weltweit hatte Airbus dagegen im ersten Quartal bei den Auslieferungen neuer Maschinen knapp die Nase vorn, auch weil Boeings Vorzeigejet "Dreamliner" nach Batterieproblemen zwangsweise am Boden bleiben muss.

Große Pläne für Amerika

Airbus hatte im vergangenen Sommer seine Pläne für das neue US-Werk verkündet. Die ersten Flugzeuge sollen hier im Jahr 2015 zusammengebaut werden, 2016 beginnt die Auslieferung an die Kunden, bis 2018 soll die Produktion auf jährlich 40 bis 50 Maschinen hochgeschraubt werden.

Die USA mit ihren weiten Strecken sind der größte Flugzeugmarkt der Welt. Die Europäer gehen davon aus, dass binnen 20 Jahren in den USA und Kanada annähernd 5000 sogenannte Single-Aisle-Jets benötigt werden, das sind Flugzeuge mit einem Mittelgang wie der A320 oder Boeings Gegenstück 737. Die Mittelstrecken-Jets mit ihren 100 bis 200 Sitzplätzen sind das Brot-und-Butter-Geschäft der Hersteller.

"Die gesamte Region wird profitieren"

"Das ist ein großartiger Tag für Mobile und für ganz Alabama", sagte Gouverneur Robert Bentley beim Spatenstich. "Die gesamte Region wird profitieren." Der Süden der USA gilt als eher arme Gegend. Alabama verspricht sich Tausende weitere Jobs bei Baufirmen und später bei Zulieferern.

"Wir haben es letztlich geschafft", sagte Bürgermeister Sam Jones. Er habe sich sieben Jahre lang um ein Airbus-Werk bemüht. Ursprünglich hatte der Mutterkonzern EADS in der Stadt Tankflugzeuge für die US-Luftwaffe bauen wollen, doch der Auftrag ging an Boeing.

Auch europäische Standorte werden profitieren

Nun werden hier Verkehrsflugzeuge montiert. Bislang werden Jets der A320-Baureihe am Stammsitz in Toulouse, in Hamburg-Finkenwerder sowie seit 2008 in der chinesischen Hafenstadt Tianjin gefertigt. Airbus-Chef Bregier erklärte, dass die bestehenden Standorte ebenfalls von dem neuen US-Werk profitieren werden. "Wir werden in Europa vier Mal so viele Jobs schaffen, weil die Hauptkomponenten nach Mobile verschifft werden."

Die einzelnen Sektionen werden in den europäischen Fabriken vorgefertigt, per Schiff in den Hafen von Mobile gebracht und im dortigen Werk dann zu Fliegern zusammengesetzt. Anschließend werden die Maschinen lackiert, getestet und an die Kunden ausgeliefert. Den Werksbau in Alabama mit mehreren Montagehallen und Startbahn lässt sich Airbus umgerechnet eine halbe Milliarde Euro kosten.

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