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George Soros über Euro-Krise: Eurobonds oder Euro-Aus für Deutschland


Soros: Eurobonds oder Euro-Aus für Deutschland

10.04.2013, 11:10 Uhr | dpa

George Soros über Euro-Krise: Eurobonds oder Euro-Aus für Deutschland. George Soros während seines Vortrags an der Frankfurter Uni  (Quelle: Reuters)

George Soros während seines Vortrags an der Frankfurter Uni (Quelle: Reuters)

Klartext von George Soros: Im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise sollte Deutschland nach Überzeugung der Investment-Legende den Widerstand gegen Eurobonds aufgeben - oder aus der Währungsunion austreten. "Eurobonds akzeptieren oder den Euro verlassen - beides ist für Europa und Deutschland besser, als weiterzumachen wie bisher", sagte Soros im Center for Financial Studies (CFS) an der Goethe-Universität Frankfurt.

Soros fordert mehr von Deutschland

Nur ein aktives Deutschland könne die aktuelle Krise überwinden, ist Soros überzeugt. Das Problem sei, dass Deutschland immer nur so viel wie unbedingt nötig mache, um den Euro zu retten, aber keinen Deut mehr. Das sei ein Fehler, der teuer werden könne.

"Die Krise wird sich wahrscheinlich sogar noch vor den Wahlen in Deutschland verschärfen." Bis dahin könne Deutschland schon wie andere Euroländer in die Rezession gestürzt sein.

Ungleichgewichte in Europa

Der Star-Investor warnte vor der Gefahr der Euro-Krise für die EU. Denn die aktuellen Ungleichgewichte seien auf Dauer politisch nicht tragbar. "Das würde die Europäische Union zerstören. Das könnte schon im kommenden Jahr geschehen."

Die umstrittenen gemeinsamen Anleihen (Eurobonds) sollen die Zinslast für Krisenstaaten senken. Für Deutschland würde die Kreditaufnahme teurer. Die Bundesregierung lehnt Eurobonds ab, zuletzt war das Thema von der Agenda der EU verschwunden.

Eurobonds: Deutschland haftet für andere Länder

Der frühere Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, wies Soros Vorstoß zurück. Gemeinschaftsanleihen, mit denen ein Land neue Staatsschulden mit dem Geld der Steuerzahler in anderen Ländern finanziert, seien demokratisch nicht legitimiert.

Soros sieht in Gemeinschaftsanleihen hingegen die Möglichkeit, die Pleite-Gefahr der Euroländer auszuräumen, was die Finanzierung der Krisenländer verbilligen und die Rückkehr zu Wirtschaftswachstum ermöglichen würde.

Soros ist überzeugt, dass der Euro auch ohne Deutschland überleben könne. Die Währung würde abwerten, die Wettbewerbsfähigkeit steigen, sagte Soros. "Europa könnte die drohende Depression verhindern." Auch ohne Deutschland sei die Eurozone niedriger verschuldet als andere Währungsräume.

Soros ist einer der bekanntesten Hedge-Fonds-Manager. Der 1930 in Ungarn geborene Investor verwaltet Milliarden-Vermögenswerte. Bekannt wurde er Anfang der 1990er Jahre, als er massiv gegen das britische Pfund wettete. Das deutsche Vorgehen in der Schuldenkrise hatte er wiederholt attackiert.

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