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Bio-Bauern: Nachfrage größer als Angebot

Deutsche Bauern: Bio-Nachfrage größer als Angebot

07.05.2013, 09:20 Uhr | AFP, t-online.de

Bio-Bauern: Nachfrage größer als Angebot. Die Deutschen kaufen mehr Bioprodukte, als die heimischen Bauern liefern können (Quelle: imago/Steinach)

Die Deutschen kaufen mehr Bioprodukte, als die heimischen Bauern liefern können (Quelle: imago/Steinach)

Die Bundesbürger geben inzwischen jährlich Milliarden für Bio-Lebensmittel aus, die wirklichen Profiteure des Booms sind jedoch nicht die heimischen Bio-Bauern. Denn der Öko-Landbau hierzulande hinkt der steigenden Nachfrage einer Studie zufolge immer stärker hinterher. Stattdessen nutzen Anbieter aus dem Ausland den wachsenden deutschen Markt.

Öko-Landwirtschaft wächst zu wenig

Während sich das Handelsvolumen mit Bio-Essen seit dem Jahr 2000 verdreifacht habe, hätten sich die ökologisch bewirtschafteten Flächen in Deutschland nur verdoppelt, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Studie der Universität Bonn.

Demnach zahlen die Deutschen inzwischen pro Jahr gut sieben Milliarden Euro für Obst, Gemüse und andere Lebensmittel aus biologischem Anbau. Jeder Deutsche lasse im Schnitt 73,60 Euro an der Kasse, berichtet der "Spiegel". Damit liege Deutschland zwar immer noch hinter der Schweiz oder Dänemark, aber weit über dem europäischen Schnitt von 28 Euro.

Boom geht an heimischen Bauern vorbei

Von dem starken Wachstum profitieren jedoch vor allem Bio-Bauern in anderen Ländern. "Jeder zweite Bio-Apfel und jede zweite Bio-Möhre, die in Deutschland verkauft werden, stammen inzwischen aus dem Ausland", heißt es in der Untersuchung.

Dabei könnten laut "Spiegel" diese Lebensmittel problemlos in Deutschland angebaut werden. So stammen demnach 28 Prozent aller Bio-Kartoffeln aus Österreich, Israel oder Ägypten, 48 Prozent der Bio-Möhren aus den Niederlanden, Israel oder Italien und 25 Prozent aller Bio-Eier aus den Niederlanden und Italien.

Das Ausland profitiert

Auf den wachsenden deutschen Markt haben viele Länder inzwischen reagiert. So sind den Angaben zufolge in Polen 2004 knapp 83.000 Hektar Land ökologisch bewirtschaftet worden, im Jahr 2010 schon 522.000 Hektar. In Frankreich betrug der Zuwachs laut der im Auftrag der Grünen erstellten Studie 58 Prozent, in Deutschland hingegen nur 29 Prozent.

Die Gründe dafür liegen wohl in der Politik. Die gestiegenen Preise für Lebensmittel aus herkömmlicher Produktion seien "dominierende Umstellungshindernisse" und "politikgetrieben", zitiert der "Spiegel" die Studienautoren. Weitere Gründe seien eine "einseitige Förderpolitik" für industriemäßig betriebene Biogasanlagen und "Unsicherheiten" bei der Förderung des ökologischen Landbaus. Auch das Ziel, 20 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen biologisch zu bewirtschaften, sei so in weite Ferne gerückt.

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