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"Focus": Skandal um Bierkartell weitet sich aus

Von t-online, afp
Aktualisiert am 19.08.2013Lesedauer: 2 Min.
Die großen Bierbrauereinen bestimmen den Preis
Die großen Bierbrauereinen bestimmen den Preis (Quelle: imago/Thomas Frey)
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Der Skandal um das grĂ¶ĂŸte deutsche Bierkartell weitet sich aus. Ermittlungsakten des Bundeskartellamts legten nahe, dass fĂŒhrende Brau-Multis seit knapp zwei Jahrzehnten illegale Preisabsprachen getroffen hĂ€tten, berichtete das Magazin "Focus". Den Konzernen drohen demnach wohl nach "Focus" Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe.

Premium-Marken gaben PlÀne nach Treffen an kleinere Konzerne weiter

So habe etwa der Vertriebschef der Großbrauerei Veltins, Volker Kuhl, bei seiner Vernehmung am 31. Januar 2013 bei den WettbewerbshĂŒtern eingerĂ€umt, dass die Bierpreiserhöhungen in seiner 17 Jahre wĂ€hrenden Amtszeit immer folgendermaßen abgelaufen seien: "Die Premium-Marken haben sich als Nebenthema zu einem Treffen (Fasspfand, Marke und Verpackung etc.) oder telefonisch ĂŒber eine Bierpreiserhöhung abgestimmt."

Entsprechende PlÀne hÀtten die Konzerne dann an die mittleren und kleineren Produzenten weitergegeben. "Dann ist es oftmals zu einer branchenweiten Bierpreiserhöhung gekommen."

"Die Spitze des Eisbergs"

Ähnliches rĂ€umte laut "Focus" auch die Bitburger-Gruppe ein. Die Aussagen stehen demnach im Anhörungsschreiben des Kartellamts an die beschuldigten elf Brauereien sowie die Spitzen des Brauereiverbandes NRW. Bisher war dem Bericht zufolge nur bekannt, dass die grĂ¶ĂŸten Bier-Konzerne hierzulande in den Jahren 2006 und 2008 bei den Flaschen- und Fassbierpreisen Absprachen getroffen haben sollen.

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Die Kartellbehörden Ă€ußerten nach "Focus"-Informationen in ihrem mehr als 100-seitigen Ermittlungsbericht die Vermutung, dass die Preisabsprachen 2006 und 2008 "mit hoher Wahrscheinlichkeit nur die Spitze eines Eisbergs" darstellten So hĂ€tten die Bier-Multis im Jahr 2006 in einer konzertierten Aktion den Preis fĂŒr den Hektoliter Fassbier um bis zu sechs Euro heraufgesetzt. Im Sommer 2007 sollen sie zudem vereinbart haben, den Preis fĂŒr einen Kasten Flaschenbier um einen Euro zu verteuern.

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Bußgelder in Millionenhöhe erwartet

Den Unternehmen drohten nun insgesamt Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe, berichtet der "Focus". Ein Sprecher der Bonner Wettbewerbskontrolleure wollte sich dem Magazin zufolge "im laufenden Verfahren dazu nicht Ă€ußern".

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