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Bizarres Verbot: Lufthansa ruft im Blumenstreit nach der Politik

Bizarres Verbot  

Lufthansa ruft im Blumenstreit nach der Politik

07.09.2013, 13:55 Uhr | t-online.de

Bizarres Verbot: Lufthansa ruft im Blumenstreit nach der Politik. Die Lufthansa Cargo möchte wieder von Puerto Rico zum größten Blumenmarkt Europas in Amsterdam fliegen dürfen (Quelle: imago/Rüdiger Wölk)

Die Lufthansa Cargo möchte wieder von Puerto Rico zum größten Blumenmarkt Europas in Amsterdam fliegen dürfen (Quelle: imago/Rüdiger Wölk)

Die Lufthansa führt derzeit einen bizarren Streit mit den Niederlanden. Ihre Frachttochter Lufthansa Cargo darf seit März 2012 nicht mehr von Puerto Rico nach Amsterdam fliegen - eine wichtige Route für den Transport frischer Blumen auf den größten Blumenmarkt Europas in der holländischen Hauptstadt. Insider sehen in dem Verbot eine millionenschwere Unterstützung der niederländischen Fluglinie KLM, schreibt die "Wirtschafts-Woche". Nun rufe Europas größte Airline nach Unterstützung durch die Bundesregierung.

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"Wenn ein EU-Land die mühsam erkämpfte Liberalisierung des Flugverkehrs torpediert und den Wettbewerb behindert, muss die Bundesregierung bei der EU aktiv werden", sagten Konzernkreise der "Wirtschafts-Woche".

Hintergrund sind komplizierte Verkehrsrechte

Offiziell begründete das niederländische Verkehrsministerium sein Verbot mit einem Lufthansa-Verstoß gegen die komplizierten internationalen Verkehrsrechte. Die Behörden warfen der Frachtlinie vor, sie tanke in Puerto Rico nur. Die Blumen an Bord würden dagegen aus Ecuador stammen. In diesem Fall wäre die Einfuhr nicht erlaubt.

Die Lufthansa führt dagegen an, dass sie pro Flug bis zu 4,5 Tonnen Fracht in Puerto Rico aufnehme. Darum sei die Verbindung ein Flug zwischen den USA - da es mit Puerto Rico assoziiert ist - und den Niederlanden. Dazu wiederum hat die Lufthansa nach dem liberalen Verkehrsrechtsabkommen zwischen der EU und den USA die Erlaubnis.

KLM hat nach Schätzungen vom Lufthansa-Aus stark profitiert

Es geht in dieser Sparte um viel Geld. Laut Schätzungen verdient die angeschlagene Frachtabteilung der Air-France-Tochter KLM seit dem Verbot jährlich mindestens zwei Millionen Euro mehr mit ihren Blumenflügen. Das Aus für die Lufthansa sehen Insider als Gefallen der Regierung für KLM-Chef Camiel Eurlings, der bis 2010 Verkehrsminister der Niederlande war.

Dem Schritt der Behörden widersprach die Lufthansa damals und bat das Bundesverkehrsministerium um Hilfe. Als es nach einem laut Konzernkreisen "nicht sehr engagierten Protest in Den Haag" die Sache aufgab, klagte die Lufthansa vor dem niederländischen Verwaltungsgericht. Den Prozess verlor die Fluggesellschaft nun und will in Berufung gehen. Nur ist man sich offenbar sicher: Ohne politische Unterstützung wird es keine Änderung geben.

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