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Finanzkrise: Deutschland verliert 496 Milliarden Euro

Wohlstandseinbußen  

So viel hat Deutschland durch die Krise verloren

09.09.2013, 10:56 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Finanzkrise: Deutschland verliert 496 Milliarden Euro. Die Finanzkrise bremste das Wirtschaftswachstum weltweit und ließ die Staatsschulden in die Höhe schießen (Quelle: Reuters)

Die Finanzkrise bremste das Wirtschaftswachstum weltweit und ließ die Staatsschulden in die Höhe schießen (Quelle: Reuters)

Seit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 hat die Finanzkrise der Weltwirtschaft ein Minus von Billionen Euro beschert. Das berichtet die "Welt" und beruft sich dabei auf Berechnungen der DZ Bank und der Berenberg Bank. Die Analyse der Geldinstitute hat zudem ergeben: Deutschland ist einer der größten Verlierer der Wirtschaftsflaute. Bundesfinanzminister Schäuble hat indes Entwarnung gegeben: Er fürchtet keine zweite Lehman-Katastrophe.

Am 15. September 2008 schockte die von der US-Regierung nicht verhinderte Pleite der Wall-Street-Bank Lehman die Finanzwelt. Die durch faule Immobilienkredite ausgelöste Krise erreichte ihren Höhepunkt. Als Folge erlebte die Weltwirtschaft ihre schwerste Rezession der Nachkriegszeit.

Billionenschaden für Weltwirtschaft

Die DZ Bank setze den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Krise zwischen 2008 und 2012 auf rund 3,8 Billionen Euro an, schreibt die Zeitung. Berücksichtigt bei der Analyse wurden die durchschnittlichen Wachstumsraten der Weltwirtschaft zwischen 1995 und 2008. Die Bank ermittelte demnach einen krisenbedingten Wohlstandsverlust in der Eurozone von 2,76 Billionen Euro - ohne Deutschland.

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Allein Deutschland habe Wohlstandseinbußen von 496 Milliarden Euro verbuchen müssen, das seien 19 Prozent der Wirtschaftsleistung 2012. Grund dafür sei der besonders heftige konjunkturelle Einbruch in der Bundesrepublik im Jahr 2009 mit fast fünf Prozent. Zum Vergleich: Die USA kommen der Untersuchung zufolge auf einen Verlust von 1,3 Billionen Euro.

Schuldenlast erheblich gestiegen

Zudem hat die Berenberg Bank die gestiegene Schuldenlast der Staaten unter die Lupe genommen. Die Untersuchung des Instituts ergab: Insgesamt haben die Auswirkungen der Flaute die weltweiten Staatsschulden um fünf Billionen in die Höhe getrieben, allein in der Währungsunion um zwei Billionen Euro. Zusammen mit den von der DZ Bank ermittelten Verlusten ergeben sich damit durch die Krise verursachte Kosten von 8,3 Billionen Euro.

Schäuble: Banken haben aus Krise gelernt

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält indes eine Wiederholung der Ereignisse für unwahrscheinlich. "Eine einzelne Bank könnte heute nicht mehr das ganze System zum Einsturz bringen. Dafür haben die Banken inzwischen Vorsorge getroffen und die Politik dementsprechende Leitplanken eingezogen", sagte Schäuble der "Welt am Sonntag".

Die Banken hätten zwar zum Teil aus der Krise gelernt. Der Finanzminister ermahnte die Finanzhäuser aber, nicht über Überregulierung zu lamentieren. "Die Klagen aus dem Finanzsektor sind nicht meine große Sorge. Die kehren mal lieber vor ihrer eigenen Tür", meinte Schäuble. Europa habe in den vergangenen Jahren viel erreicht und einen neuen Ordnungsrahmen für die Finanzmärkte geschaffen. Mit der geplanten Bankenunion sei eine wichtige Aufgabe aber noch nicht abgeschlossen.

Deutschland spart durch Mini-Zinsen

Profitieren konnte die Bundesrepublik allerdings von der Niedrigzinspolitik im Rahmen der Krise. Nach einem Bericht des "Spiegel" darf sich der Bundesfinanzminister über eine Ersparnis von 40,9 Milliarden Euro in den Jahren 2010 bis 2014 durch die gesunkenen Zinsen für Staatsanleihen freuen. Das Magazin berief sich dabei auf eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des SPD-Parlamentariers Joachim Poß.

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