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Deutsche Sparer sind die Verlierer der Ultra-Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Vermögensstudie  

Deutsche verlieren durch die EZB-Niedrigzinsen Milliarden Euro

24.09.2013, 17:45 Uhr | dpa-AFX, rtr

Deutsche Sparer sind die Verlierer der Ultra-Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).. Deutsche Sparer leiden unter der Niedrigzinspolitik der EZB (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Deutsche Sparer leiden unter der Niedrigzinspolitik der EZB (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Deutsche Sparer sind die Verlierer der Ultra-Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Wie aus dem von der Allianz veröffentlichten jährlichen Vermögensreport hervorgeht, haben sie im vergangenen Jahr Zinsverluste von 5,8 Milliarden Euro oder 71 Euro pro Kopf tragen müssen. Dagegen profitierten die Menschen im übrigen Euro-Raum von der Krisen-Politik der EZB, durch die sie laut Allianz-Studie um 34 Milliarden Euro oder 134 Euro pro Kopf entlastet wurden.

Schuldenländer profitieren von der EZB-Politik

Gewinner sind dem Bericht zufolge vor allem Sparer in Spanien und Italien: sie strichen 2012 Zinsgewinne in Höhe von 11,5 beziehungsweise 12,5 Milliarden Euro ein. Insgesamt wurden die Bürger im übrigen Euroraum um knapp 34 Milliarden Euro (134 Euro pro Kopf) entlastet. Die Allianz stellt bei ihrem Report "entgangenen" Zinsen, die Sparer im Vergleich zu den Vorkrisenjahren 2003 bis 2008 nicht bekommen haben, weniger gezahlte Zinsen, etwa für Kredite, gegenüber.

Dabei sind die Deutschen selbst nicht ganz schuldlos, dass sie weniger Zinsen einstreichen: "Hier rächt sich für die deutschen Sparer ihre hohe Affinität zu Sichteinlagen, trotz der besonders niedrigen Einlagezinsen in Deutschland", heißt es in der Studie.

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Leitzins so niedrig wie noch nie

Der unterschiedliche Effekte der EZB-Krisenpolitik auf die Haushalte in den verschiedenen Ländern der Währungsunion stellt nach Ansicht der Allianz ein Problem für die Eurozone und die EZB dar - denn eigentlich sollte deren Zins in allen Ländern gleichermaßen wirken. Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise: "Je länger die Phase der extrem niedrigen Zinsen anhält, desto größer dürften diese Unterschiede werden."

Der Leitzins der EZB liegt aktuell bei 0,5 Prozent und damit so niedrig wie noch nie. EZB-Präsident Mario Draghi hat zudem im Juli erklärt, er werde den Schlüsselzins noch für einen "längeren Zeitraum" so niedrig lassen.

Börsen treiben Geldvermögen auf Rekordwert

Entgegen der Verluste bei Deutschen Sparern ist laut Studie das weltweite Geldvermögen 2012 auf einen Rekordwert gestiegen. Demnach besaßen die Haushalte rund um den Globus 111,2 Billionen Euro - das ist ein Plus von 8,1 Prozent. Das Wachstum lag weit über dem Durchschnitt der Zeit von 2001 bis 2012 von 4,6 Prozent pro Jahr. Es war das stärkste seit sechs Jahren und übertraf das Plus von 7,1 Prozent im Jahr 2010 und 2,5 Prozent 2011.

Größter Zuwachs in Asien

Zum Zuwachs der Geldvermögen trugen alle Regionen bei: Am höchsten fiel das Plus mit knapp 16 Prozent in Asien (ohne Japan) aus, auch Lateinamerika und Osteuropa wuchsen zweistellig. Dank boomender Börsen erzielten auch Nordamerika und krisengeplagte Westeuropa mit 8,3 Prozent beziehungsweise 5,3 Prozent noch deutliche Zuwächse.

Auch die Deutschen waren so reich wie nie. Sie besaßen im vergangenen Jahr ein Geldvermögen von fast fünf Billionen Euro - ein Plus von 4,9 Prozent. Für die Erhebung wurden nur Bargeld, Bankeinlagen, Aktien und die Ansprüche an Versicherungen herangezogen - Immobilien, die einen Großteil der Vermögen privater Haushalte ausmachen, wurden hingegen nicht berücksichtigt.

Immer mehr Arme

Und wo Licht ist, da ist auch Schatten: Denn die Zahl der Armen in den vergleichsweise reichen Regionen der Welt ist in den vergangenen Jahren laut Allianz-Report deutlich gestiegen. So nahm die Zahl der Menschen, die ein Geldvermögen von umgerechnet weniger als 4900 Euro besaßen, in den USA, den Ländern der Eurozone und Japan um 67 Millionen zu.

Zugleich nahm die Zahl der Reichen mit einem Vermögen von mehr als 29.000 Euro um 30 Millionen ab. Allerdings sind die USA, Europa und Japan im Vergleich zu allen anderen Weltregionen nach wie vor immens reich: Während etwa der durchschnittliche US-Amerikaner auf ein Vermögen von umgerechnet fast 100.000 Euro zurückgreifen kann, verfügt ein Südamerikaner nur über 3600 Euro, ein Osteuropäer sogar nur über 2600 Euro.

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