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ThyssenKrupp will riesigen Fahrstuhl-Turm in Rottweil bauen

Fahrstuhl-Testzentrum  

ThyssenKrupp will riesigen Turm in Rottweil bauen

28.09.2013, 15:31 Uhr | dpa

ThyssenKrupp will riesigen Fahrstuhl-Turm in Rottweil bauen. In Rottweil will ThyssenKrupp einen riesiger Fahrstuhl-Test-Tower bauen, ein Ballon steigt auf die künftige Höhe (Quelle: dpa)

In Rottweil soll ein riesiger Fahrstuhl-Test-Tower entstehen, ein Ballon steigt auf die künftige Höhe (Quelle: dpa)

Geht es nach der Aufzugs-Tochter des Industriegiganten ThyssenKrupp, entsteht im beschaulichen Rottweil bald das höchste Gebäude Baden-Württembergs. Investor ThyssenKrupp Elevator will in dem Schwarzwald-Örtchen einen 235 Meter hohen Riesen-Tower bauen. In dem Testzentrum sollen Hochgeschwindigkeits-Aufzüge für 600 Meter hohe Wolkenkratzer in Fernost entwickelt werden. Doch der Turm droht die Stadt zu spalten.

Test-Ballon soll Turm-Dimensionen verdeutlichen

Eigentlich ist Rottweil stolz auf seine Türme. Doch ein Gebäude höher als der Stuttgarter Fernsehturm und nahezu so hoch wie Frankfurts Messeturm sprengt die Vorstellungen der Bürger im Neckartal. Deshalb wird die Höhe nun am peplanten Standort des Aufzugstestturms auf dem Berner Feld simuliert. Ein leuchtend roter, Helium-gefüllter Ballon, knapp fünf Meter im Durchmesser, steigt in die Höhe - genau auf 235 Meter. Dutzende Menschen schauen ihm staunend hinterher.

Was als recht kleiner Ballon noch nett aussieht, ist als Demonstration gedacht. Die Stadtverwaltung und der Aufzugbauer wollen zeigen, welche Dimensionen der geplante Test-Tower hätte. Das Echo der Menschen ist geteilt.

Thyssenkrupp veröffentlicht Fotomontagen

Längst kursieren Fotomontagen, wie der riesige Turm das Stadtbild prägen würde. Die ersten dieser Bilder hat ThyssenKrupp noch selbst veröffentlicht. Doch bei den Turm-Gegnern schürten die Montagen Misstrauen. Einige Rottweiler haben selbst nachgerechnet und sind der festen Überzeugung, dass das Unternehmen den Turm deutlich kleiner und schmaler in die Stadtsilhouette hineinkopiert hat als er in Wirklichkeit wäre.

Eine Gruppe von Bürgern hat die vielen bekannten Türme der Stadt auf einer Broschüre maßstabsgetreu nebeneinander gedruckt. Da sieht man den 70 Meter hohen Kapellenturm, der 54 Meter hohe Hochturm - und den 235 Meter hohen Aufzugturm. "So eine Skyline können sie in Frankfurt machen, aber doch nicht hier bei uns", schimpft eine Frau.

Boden im Tal nicht stabil genug

Ursprünglich sollte der Turm weit unterhalb der Stadt im Neckartal gebaut werden, so dass nur ein Teil des Bauwerks über die umliegenden Berghügel hinausgeragt hätte. Weil aber der Boden dort nicht stabil genug für den Turm war, ist als neuer Bauplatz jetzt ein Gelände weit oberhalb des Flusses vorgesehen. Das heißt: Der Turm wird von der Stadt aus gesehen noch viel höher.

Oberbürgermeister Ralf Broß (parteilos) sieht darin kein Problem. "Der Turm kommt an dieser Stelle sogar noch besser zur Geltung", sagt er. "Rottweil ist bereits seit dem Mittelalter eine Stadt der Türme." Aber längst nicht alle Bürger sehen in dem 235-Meter-Turm eine Bereicherung für ihre Stadt der Türme. "Das wird ein Monstrum", meint eine Frau am Samstag, die ihren Kopf tief in den Nacken gelegt hat, um zu dem roten Testballon hinaufzuschauen. Ein Mann meint hingegen: "So wuchtig sieht's doch gar nicht aus."

"Leichtes, filigranes Erscheinungsbild"

Tatsächlich sieht man von unten nicht viel mehr als einen kleinen roten Punkt. Der echte Turm wird hingegen breit genug sein, damit zehn Aufzugsschächte darin Platz finden. Zwar verspricht ThyssenKrupp immer wieder, auf "ein leichtes, filigranes Erscheinungsbild" zu achten - doch die Skeptiker in Rottweil können noch immer nicht so recht glauben, dass das größte Bauwerk Baden-Württembergs neben der ältesten Stadtkulisse des Landes wirklich filigran wirken könnte.

Am Ende muss der Gemeinderat entscheiden, ob er grünes Licht für das Projekt gibt. Bislang sind die Signale aus den Fraktionen positiv. Wann die Entscheidung fällt, ist noch offen.

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