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Wirtschaftswachstum verkürzt die Lebenserwartung von Älteren


Studienergebnis überrascht  

Wirtschaftsaufschwung verkürzt Lebenserwartung bei Älteren

08.10.2013, 15:53 Uhr | AFP

Wirtschaftswachstum verkürzt die Lebenserwartung von Älteren. Weil jüngere Beschäftigte in Boom-Zeiten weniger Zeit haben, sinkt die Lebenserwartung Älterer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Weil jüngere Beschäftigte in Boom-Zeiten weniger Zeit haben, sinkt die Lebenserwartung Älterer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Ergebnis einer neuen Wohlstands-Studie überrascht sogar die Forscher: Laut der im Fachblatt "Journal of Epidemiology and Community Health" veröffentlichten Untersuchung steigt die Sterblichkeitsrate bei Älteren in Industrienationen bei anziehendem Wirtschaftswachstum. Bislang wurde davon ausgegangen, dass mit wachsendem Wohlstand auch die Lebenserwartung steigt. Doch das gilt offenbar nicht bei kurzfristigen wirtschaftlichen Veränderungen.

Die Ergebnisse ihrer Forschung seien "höchst unerwartet", sagte Herbert Rolden von der Akademie für Vitalität und Altern im niederländischen Leyden.

Langfristig mehr Geld bedeutet länger leben

Langfristig betrachtet geht zunehmender Wohlstand mit einer Abnahme der Sterblichkeit quer durch alle Altersgruppen einher. Denn wem es finanziell gut geht, kann sich besser um Gesundheit und Wohlbefinden kümmern. Anders sieht es indes aus, wenn plötzliche wirtschaftliche Veränderungen unter die Lupe genommen werden.

Langzeitstudie seit 1950

Für ihre Studie untersuchten die Forscher Statistiken zu Sterblichkeit und Wirtschaftswachstum zwischen 1950 und 2008 in 19 Industriestaaten - den USA, Australien, Japan, Neuseeland und mehreren europäischen Ländern.

Das Ergebnis: Mit jeder Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um einen Prozentpunkt nahm die Sterblichkeit bei 70 bis 74 Jahre alten Männern um 0,36 Prozent zu. Bei gleichaltrigen Frauen betrug die Zunahme 0,18 Prozent. Bei 40- bis 45-Jährigen betrug der Zuwachs bei Männern 0,38 Prozent und bei Frauen 0,16 Prozent.

Krise: Zuwachs bei Arbeitslosigkeit zieht niedrigere Sterberaten hinterher

Das Ergebnis lässt sich den Forschern zufolge auch auf die derzeitige Wirtschaftskrise anwenden. "Weil viele Industriestaaten sich derzeit in einer Rezession befinden, könnte man glauben, dass dies sich negativ auf das Überleben im hohen Alter auswirkt", heißt es in der Studie. "Tatsächlich aber wurde herausgefunden, dass ein jährlicher Zuwachs bei der Arbeitslosigkeit oder eine Abnahme des Bruttoinlandsprodukts mit niedrigeren Sterberaten einhergehen."

Bei jüngeren Menschen werden für höhere Sterberaten in Zeiten des Wirtschaftswachstums Stress am Arbeitsplatz und eine höhere Zahl von Verkehrstoten infolge der vielen Menschen verantwortlich gemacht, die zur Arbeit fahren. Bei älteren Menschen dürfte dieses Argument aber nicht ziehen, weil diese in der Regel im Ruhestand seien, sagte Rolden. "Wir tappen noch im Dunkeln."

Boom: Jüngere haben weniger Zeit für Ältere

Ein möglicher Grund für die höhere Sterblichkeit bei Älteren in wirtschaftlichen Boom-Zeiten könnte sein, dass junge Menschen und Freunde dann weniger Zeit haben, sich um Ältere zu kümmern. Auch eine wachsende Luftverschmutzung, die in der Regel mit einer Zunahme der wirtschaftlichen Aktivität einhergeht, könnte verantwortlich sein.

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