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Bundesbank besorgt: Banken könnten nach Stresstest Probleme haben

Bundesbank warnt  

Banken könnten nach Stresstest Probleme bekommen

25.11.2013, 13:53 Uhr | rtr, dpa-AFX, t-online.de

Bundesbank besorgt: Banken könnten nach Stresstest Probleme haben. Dem Stresstest der EZB muss sich auch die Commerzbank unterziehen (Quelle: Reuters)

Dem Stresstest der EZB muss sich auch die Commerzbank unterziehen (Quelle: Reuters)

128 europäische Banken, darunter 24 deutsche, erwartet in den kommenden zwölf Monaten ein Stresstest. Nach Meinung der Bundesbank könnte diese Prüfung einige Geldhäuser in Schwierigkeiten bringen. Besonders die Menge an Staatsanleihen, die einige Banken im Depot haben, gilt als Brandbeschleuniger im Krisenfall.

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Die EZB will im November 2014 die Aufsicht über die größten Banken der Euro-Zone übernehmen. Bevor sie diese Aufgabe übernimmt, soll sie zunächst detailliert die Vermögenswerte der Geldhäuser unter die Lupe nehmen. Dann werden sie einem intensiven Stresstest unterzogen.

Kernkapitalquote als Hürde

"Wahrscheinlich wird man schon nach der Bilanzprüfung Banken finden, die sehr knapp an der geforderten Kernkapitalquote von acht Prozent liegen", sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger dem "Handelsblatt". "Diese Banken müssten ihr Kapital vermutlich aufstocken."

Noch nicht genau entschieden ist, wie in dem anstehenden Stresstest Staatsanleihen behandelt werden sollen, wie Lautenschläger im "Handelsblatt" bestätigte: "Die Stresstests sollten aber streng ausfallen - also auch die unterschiedliche Bonität von Staatsanleihen berücksichtigen."

Spanische und irische Banken sitzen auf vielen Staatsanleihen

Berater der EZB - darunter auch die deutsche Wirtschaftsweise Claudia Buch - hatten jüngst insbesondere auf die Gefahren verwiesen, die durch eine Häufung von einheimischen Staatsanleihen in den Büchern der Großbanken drohen. Dass spanische und irische Finanzinstitute vornehmlich Bonds ihrer jeweiligen Heimatstaaten hielten, sei ähnlich gefährlich, als wenn eine Bank hauptsächlich Kredite an eine einzelne Firma vergeben würde, urteilten die Wissenschaftler.

Da Staatsanleihen bislang als risikolose Anlage bilanziert werden dürfen, müssen Banken sie nicht mit teurem Eigenkapital absichern. Dadurch entstehen für die Institute starke Anreize, billiges Zentralbankgeld in höher verzinsten Staatstiteln anzulegen. Geraten Staaten oder Banken jedoch finanziell ins Schlingern, reißen sie sich durch die hohen Abhängigkeiten gegenseitig in den Abgrund.

Bankenverband kritisiert Unklarheiten beim Test

Neben der Bilanzprüfung müssen die Finanzinstitute unter Beweis stellen, wie gut sie für Krisensituationen gewappnet sind. "Es ist möglich, dass nicht alle Banken diese harte Überprüfung überstehen", sagte Lautenschläger weiter. "Aber die Frage, wie viele das sein werden, kann heute niemand seriös beantworten."

Der Bundesverband deutscher Banken sieht dagegen noch viele Unklarheiten beim laufenden Bilanzcheck. Verbandspräsident Jürgen Fitschen forderte eine möglichst rasche Lösung der offenen Fragen. Die dreistufige Untersuchung sei eine große Herausforderung für die Banken, "gerade auch mit Blick auf Personalressourcen".

EZB ist auf negativen Zinssatz vorbereitet

Die EZB hat laut Ratsmitglied Ardo Hansson den Spielraum für eine Leitzins-Senkung noch nicht völlig ausgeschöpft. Die EZB sei rein technisch auch darauf vorbereitet, einen Strafzins auf überschüssiges Geld bei der Zentralbank zu erheben.

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