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Börsengang nicht mehr notwendig: Fiat hat Chrysler komplett geschluckt


Milliarden-Deal  

Fiat schluckt Chrysler komplett

21.01.2014, 18:10 Uhr | dpa, AFP, AP, t-online.de

Börsengang nicht mehr notwendig: Fiat hat Chrysler komplett geschluckt. Durch die Übernahme der restlichen Anteile an seiner US-Tochter Chrysler will sich Fiat besser gegen die starke Konkurrenz rüsten (Quelle: dpa)

Durch die Übernahme der restlichen Anteile an seiner US-Tochter Chrysler will sich Fiat besser gegen die starke Konkurrenz rüsten (Quelle: dpa)

Der italienische Autokonzern Fiat hat sich wie angekündigt die volle Kontrolle über die US-Tochter Chrysler gesichert. Fiat übernimmt in einem knapp 4,4 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) schweren Geschäft den Minderheitsanteil, den bislang der Gesundheitsfonds der nordamerikanischen Autogewerkschaft UAW hielt. Chrysler sei damit im vollen Besitz der Turiner, teilte Fiat am Dienstag mit. Der entsprechende Vertrag mit dem Gesundheitsfonds zur Übernahme von deren Anteil in Höhe von 41,5 Prozent sei endgültig geschlossen.

Der Gesundheitsfonds der Gewerkschaft bekommt aus der Kasse von Chrysler 1,9 Milliarden Dollar, fast 1,8 Milliarden Dollar zahlt Fiat. Zudem erhält der Fonds von Chrysler weitere 700 Millionen Dollar in vier jährlichen Raten. Die erste wurde laut Fiat bereits bezahlt.

Vision eines "globalen Autobauers"

Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte lange auf eine Komplettübernahme von Chrysler hingearbeitet und sich schon vor Wochen zufrieden gezeigt. "Die einheitlichen Besitzverhältnisse werden es uns nun ermöglichen, unsere Vision von der Schaffung eines globalen Autobauers zu verwirklichen", hieß es in seiner Stellungnahme aus Turin, dem Sitz von Fiat.

Die Profite von Chrysler hatten den auf dem europäischen Markt schwächelnden Italienern zuletzt etwas Luft verschafft: Der in Auburn Hills im US-Staat Michigan ansässige Autobauer machte im dritten Quartal dank guter Verkaufszahlen der Modelle "Ram" und "Jeep Grand Cherokee" im dritten Quartal 464 Millionen Dollar Gewinn. Im selben Quartal verdiente Fiat lediglich 260 Millionen Dollar.

Börsengang nicht mehr notwendig

Allerdings konnte Marchionne das Geld aus den Chrysler-Profiten nicht in die Fiat-Betriebsabläufe stecken, solange die beiden Firmen nicht fusionierten. Während der zähen Übernahmeverhandlungen regte der Gesundheitsfonds der UAW zwischenzeitlich einen Börsengang an, bei dem dessen 41,5-Anteil angeboten werden sollte. Marchionne reichte im September einen entsprechenden Antrag dazu ein. Mit dem Deal dürfte ein Börsengang jedoch nun nicht mehr nötig sein.

Die Branchengewerkschaft Fim-Cisl in Italien zeigte sich zufrieden mit dem Geschäft. "Nun ist es sehr wichtig, dass so früh wie möglich in die italienischen Werke investiert wird", forderte aber zugleich Ferdinando Uliano von Fim-Cisl Anfang Januar. Fehlende Investitionen waren in den vergangenen Jahren ein Hauptstreitthema zwischen den Gewerkschaften und Marchionne.

Fiat war 1899 gegründet worden und beschäftigt heute 197.000 Mitarbeiter, davon 80.000 in Italien. Damit ist der Autobauer der größte privatwirtschaftliche Arbeitgeber des Landes. Marchionne hatte die Führung des Unternehmens im Jahr 2004 übernommen. Chrysler hat rund 55.000 Beschäftigte.

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