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Betrug von Bernard Mardoff kommt JPMorgan teuer zu stehen

Schneeballsystem gedeckt  

JPMorgan büßt mit zwei Milliarden Dollar für Madoff-Skandal

08.01.2014, 16:07 Uhr | AFP, rtr, dpa

Betrug von Bernard Mardoff kommt JPMorgan teuer zu stehen. Finanzbetrüger Bernard Madoff wurde zu 150 Jahren Haft verurteilt (Quelle: Reuters)

Finanzbetrüger Bernard Madoff wurde zu 150 Jahren Haft verurteilt (Quelle: Reuters)

Die US-Großbank JPMorgan Chase büßt für ihre Rolle bei den Betrügereien des Börsenmaklers Bernard Madoff. Die Hausbank des Milliardenbetrügers zahlt zur Vermeidung langwieriger Gerichtsverfahren fast 2,6 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro). Der Großteil geht an die US-Behörden, die damit Opfer des größten Börsenbetrugs der Geschichte entschädigen, wie die New Yorker Staatsanwaltschaft mitteilte. Ein Teil ist auch für den Insolvenzverwalter der Gesellschaft Madoffs bestimmt.

Bank muss Geldwäsche-Kontrollen überarbeiten

Es handle sich um die höchste Summe, die eine Bank jemals bei einem derartigen Vergehen gezahlt habe, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Sie verpflichtete das Wall-Street-Haus zugleich, seine Geldwäsche-Kontrollen zu überarbeiten.

Madoff hatte vermeintliche Traumgewinne von Investoren mit dem frischen Geld neuer Anleger bezahlt. JPMorgan war über rund zwanzig Jahre seine Hausbank. Über die Konten des Geldhauses wurde ein Großteil der Geschäfte abgewickelt.

Größter Anlagebetrug aller Zeiten

In der Finanzkrise 2008 brach Madoffs Investmentfirma schließlich zusammen. Die Depots der Anleger wiesen zu dem Zeitpunkt auf dem Papier einen Wert von 65 Milliarden Dollar aus, aber nur 300 Millionen Dollar waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft vorhanden. Es war der größte Anlagebetrug aller Zeiten.

Ein Gericht hatte Madoff im Juni 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt. JPMorgan blieb damals unbehelligt. Seit einiger Zeit räumt Bankchef Jamie Dimon jedoch bei den Verfehlungen in seinem Haus auf. So büßte JPMorgan für fragwürdige Hypothekengeschäfte und das Spekulationsdesaster um einen Händler mit dem Spitznamen "Wal von London". Insgesamt blätterte die Bank im vergangenen Jahr fast 20 Milliarden Dollar hin, um staatliche Ermittlungen abzuschließen.

Treuhänder konnte Milliarden wiederbeschaffen

Seit kurzem deutete sich auch eine Lösung für den Fall Madoff an, erst am Vortag hatten Zeitungen über eine bevorstehende Milliardenzahlung berichtet. Zu den Entschädigungen für die Opfer kann nach Angaben von US-Medien noch eine Strafe der Aufsichtsbehörden wegen mangelnder Kontrollen kommen.

Ein Treuhänder hat den Opfern des Betrugs bis heute 9,5 Milliarden Dollar über Vergleiche und Klagen gegen Madoffs Geschäftspartner wiederbeschafft. Das ist etwa die Hälfte der Gelder, die Anleger in das Schneeballsystem gesteckt und tatsächlich verloren hatten.

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