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Ausfälle in Höhe von 31 Milliarden Euro: Fachkräftemangel lässt Firmenumsätze schrumpfen

Ausfälle in Höhe von 31 Mrd.  

Fachkräftemangel lässt Firmenumsätze schrumpfen

04.02.2014, 13:34 Uhr | dpa-AFX, dpa, t-online.de

Ausfälle in Höhe von 31 Milliarden Euro: Fachkräftemangel lässt Firmenumsätze schrumpfen. Im Fachkräftemangel sehen Experten die "Achillesferse des deutschen Mittelstands" (Quelle: dpa)

Im Fachkräftemangel sehen Experten die "Achillesferse des deutschen Mittelstands" (Quelle: dpa)

Weil ihnen zu wenig Fachkräfte zur Verfügung stehen, müssen Mittelständler in Deutschland jährlich Umsatzeinbußen in Höhe von mehreren Milliarden Euro verkraften. Das ist das Ergebnis des aktuellen "Mittelstandsbarometers" des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY). Demnach klagte mehr als die Hälfte der jüngst 3000 befragten Unternehmen über Einschnitte bei den Verkäufen, weil qualifiziertes Personal fehlt.

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Hochgerechnet summierten sich die Ausfälle auf 31 Milliarden Euro jährlich. Angesichts der positiven Konjunkturaussichten könnte sich das Problem in diesem Jahr noch verschärfen, warnen die Experten. Die Firmen drohten Wachstumschancen zu verpassen, weil sie Aufträge ablehnen müssten oder weil weniger produziert wird als abgesetzt werden könnte.

Satte 60 Prozent der Betriebe gaben an, nicht alle vakanten Positionen besetzen zu können. Daraus ergäben sich insgesamt 326.000 offene Stellen. Dem "Mittelstandsbarometer" zufolge würden drei Prozent der befragten Firmen die Belegschaft sogar um mehr als fünf Prozent aufstocken, wenn sie ausreichend qualifizierte Bewerber fänden.

Probleme bei Rekrutierung neuer Mitarbeiter

Gemäß der Untersuchung planen 28 Prozent, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, bei nur neun Prozent der Firmen stehen Stellenstreichungen auf dem Programm. Nach der Analyse bezeichnen es aber mehr als sieben von zehn Unternehmen als schwierig, geeignete neue Mitarbeiter zu finden.

Die gute Nachricht: Der Anteil der Unternehmen mit sehr großen Problemen bei der Suche nach neuen Mitarbeitern schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr von 75 auf 71 Prozent. Noch immer haben aber 17 Prozent nach eigenen Angaben sehr große Schwierigkeiten, geeignetes neues Personal zu rekrutieren.

Grund für die leichte Entspannung dürfte die konjunkturell bedingt etwas schwächere Nachfrage nach neuen Angestellten und die starke Zuwanderung nach Deutschland unter anderem aus den europäischen Krisenländern gewesen sein.

Mitarbeitermangel lässt Umsätze schrumpfen

Aufgrund der mangelnden personellen Kapazitäten büßt jedes neunte Unternehmen laut der Studie mehr als fünf Prozent seines Umsatzes ein. Weitere 42 Prozent der Unternehmen leiden unter geringeren Umsatzeinbußen. Ernst & Young befragt für das "Mittelstandsbarometer" halbjährlich 3000 mittelständische Unternehmen in der Bundesrepublik.

Der Fachkräftemangel treffe mittelständische Betriebe stärker als Großkonzerne, sagte EY-Partner Peter Englisch. "Gerade kleinere Unternehmen in ländlicheren Regionen, deren Produkte in der breiten Bevölkerung wenig bekannt sind, werden es tendenziell schwerer haben, qualifizierte Mitarbeiter zu finden."

Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), bezeichnete den Fachkräftemangel als "Achillesferse des deutschen Mittelstands". Mindestlohn und die Rentenpläne der Bundesregierung dürften das Problem noch verschärfen, warnte Ohoven.

Flexible Lösungen für Betriebe gefordert

Der Mittelstand fordere deshalb betriebliche, flexible Lösungen bei Mindestlohn und Rente. Außerdem brauche es einen bildungspolitischen Kurswechsel. "Die bisherige staatlich geförderte Akademisierung geht zulasten der dualen Ausbildung, die weltweit anerkannt ist", warnte der BVMW-Präsident.

Grundsätzlich schaltet der deutsche Mittelstand laut den Experten nach einem schwachen Jahr 2013 aber wieder auf Wachstum. 55 Prozent der Unternehmen erwarten demnach für 2014 steigende Umsätze, nur sieben Prozent rechnen mit einem Umsatzminus. Im Durchschnitt sollen die Umsätze um 1,2 Prozent klettern.

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