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Kreditklemme lockern: EU schielt auf Guthaben zur Altersvorsorge

Ausweg aus Kreditklemme  

EU schielt auf Guthaben zur Altersvorsorge

13.02.2014, 21:55 Uhr | rtr, t-online.de

Kreditklemme lockern: EU schielt auf Guthaben zur Altersvorsorge. Die Guthaben der Versicherer wecken offenbar Begehrlichkeiten der EU (Quelle: dpa)

Die Guthaben der Versicherer wecken offenbar Begehrlichkeiten der EU (Quelle: dpa)

Die Europäische Union sucht wegen der Kreditknappheit in vielen Ländern fieberhaft nach neuen Wegen zur Finanzierung von Unternehmen. Ein Papier zeigt verschiedene Gedankenspiele - etwa ein "europäisches Sparkonto". Brisanter scheint, dass die Vermögen der Versicherer und damit auch Guthaben für die Altersvorsorge Begehrlichkeiten weckt.

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Großes Potenzial sieht die EU-Kommission bei den 500 Millionen Sparern in der EU, wie aus einem Dokument der Brüsseler Behörde hervorgeht. Die Ersparnisse liegen derzeit vor allem bei den Banken. Die Kommission will bis Jahresende die Einführung eines "europäischen Sparkontos" prüfen. Das dort angelegte Geld könnte dann zur Finanzierung mittelständischer Firmen genutzt werden.

Im Unterschied zu Unternehmensanleihen wären die Risiken voraussichtlich geringer, aber die genauen Details sind noch offen. Der deutsche Bankenverband kritisierte die Überlegungen: Eine solche Umschichtung von Sparguthaben würde die Fähigkeit der Geldhäuser, Kredite zu vergeben, weiter einschränken.

EU will Unternehmen unabhängiger von Banken machen

Das Problem ist seit längerem bekannt: Nach der Finanzkrise vergeben Banken in vielen Ländern nur noch zögerlich Kredite, vor allem für langfristige Projekte. Viele Windparkbetreiber und Bauunternehmer können davon ein Lied singen. "Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Fähigkeit des Finanzsektors beeinträchtigt, der Realwirtschaft und vor allem langfristigen Projekten Kapital zur Verfügung zu stellen" - so formuliert es die EU-Kommission in dem Papier. Sie sucht deshalb nach Alternativen, um die Abhängigkeit von den Banken zu verringern.

Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, meldet bereits Bedenken gegen die Überlegungen der EU-Kommission an, auch wenn diese noch in einem sehr frühen Stadium sind. "Den Anlegern werden bei einer festen Zweckbindung Risiken aufgebürdet, die ansonsten von den Banken getragen würden."

Die Banken scheuen aber oft die Risiken langfristiger Projekte, bei denen es immer wieder zu Verzögerungen und Kostenexplosionen kommt. Als weiteren Grund für ihre Zurückhaltung führen die Institute die gestiegenen Kapitalanforderungen an. Die EU will nun in den kommenden zwei Jahren auch prüfen, ob die Kapitalvorschriften in Europa für die langfristige Finanzierung gelockert werden müssten. Dies dürfte etwa in den USA aufmerksam verfolgt werden. Dort will man ausschließen, dass Banken in der EU einseitig Vorteile eingeräumt bekommen.

EU kann Versicherer nicht zu Geldanlagen zwingen

Die Überlegungen der EU-Kommission gehen auch noch in andere Richtungen: Inwieweit könnten sich die Versicherer mit ihren eingesammelten Milliardensummen stärker an der Finanzierung von Langfrist-Projekten beteiligen? Vorschläge soll hier die europäische Versicherungsaufsicht im zweiten Halbjahr machen. Konkretes wird hier nicht benannt, aber natürlich besitzen etwa Lebensversicherer große Guthaben. Mit denen wirtschaften sie und dürfen dabei wenig Risiken eingehen - es handelt sich schließlich um die private Altersvorsorge.

Als solche gelten zum Beispiel Staatsanleihen. Im Vergleich sind Kredite an Unternehmen riskanter. Klar ist aber auch: Die EU kann keinen Versicherer zu einer bestimmten Geldanlage zwingen. Die ohnehin sehr vagen Pläne würden also sicher großen Widerstand in der Versicherungsbranche hervorrufen, wenn sie konkreter werden.

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