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Razzia bei Lufthansa Cargo in Frankfurt am Main

Schmiergeldverdacht  

Razzia bei Lufthansa Cargo

19.02.2014, 21:16 Uhr | dpa, t-online.de

Razzia bei Lufthansa Cargo in Frankfurt am Main. Schmiergeldverdacht bei der Lufthansa-Frachttochter  (Quelle: dpa/ picture alliance)

Schmiergeldverdacht bei der Lufthansa-Frachttochter (Quelle: dpa/ picture alliance)

Hinter den Korruptionsermittlungen gegen Frachtmanager am Frankfurter Flughafen steht offenbar ein gnadenloser Konkurrenzkampf. In der Affäre geht es ersten Ermittlungsergebnissen zufolge im Kern um Aufträge des mit Abstand größten deutschen Luftfrachtunternehmens, der Lufthansa Cargo AG.

Am Vorabend wurden die Büros von Lufthansa Cargo in Frankfurt am Main durchsucht. Ebenfalls seien Privatwohnungen ins Visier der Fahnder geraten. Insgesamt sollen fünf Beschuldigte im Fokus der Strafverfolger stehen. Die Ermittler, die am Dienstag 17 Objekte in mehreren Bundesländer durchsucht hatten, müssten erst einmal das beschlagnahmte Material sichten.

Die Lufthansa-Frachttochter Lufthansa Cargo hat derweil interne Untersuchungen eingeleitet. Im Zuge der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, die sich unter anderem gegen einen Manager von Lufthansa Cargo richteten, solle geprüft werden, ob die Luftfracht-Tochter geschädigt worden sei, erklärte ein Sprecher des Unternehmens.

Lufthansa Cargo kooperiere mit den Behörden und unterstütze die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft "im vollen Umfang", sagte ein Sprecher auf Anfragen. Aufgrund der laufenden Ermittlungen könnten keine weiteren Angaben gemacht werden, hieß es.

Hochrangiger Manager im Visier

Im Verdacht steht laut der Staatsanwaltschaft in Frankfurt ein hochrangiger Manager der Lufthansa-Tochter. Er soll Schmiergeld Aufträge zu Abfertigungsdienstleistungen neu vergeben zu haben.

Unter den Beschuldigten befinden sich auch zwei Geschäftsführer einer Logistik-Firma in der Rhein-Main-Region. Sie werden verdächtigt, den LH-Cargo-Mann mit Schmiergeld im mittleren fünfstelligen Bereich und Geschenken bestochen zu haben.

Einer der Verdächtigen auf der Nehmerseite soll nach "Spiegel"-Informationen Geschäftsführer von Handling Counts, einer 100-prozentigen Tochterfirma von Lufthansa Cargo, sein. Der Manager habe laut Staatsanwaltschaft außer seinem Spitzenposten bei der Dienstleistungsgesellschaft auch eine Top-Position bei Lufthansa Cargo, was erklärt, weshalb auch Büros der Mutterfirma durchsucht wurden.

Die beiden weiteren Beschuldigten sind ebenfalls nicht bei Lufthansa Cargo tätig, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Bislang gebe es keine Anzeichen für ein größeres Korruptionsnetz, sagte eine Sprecherin. Es sei auch niemand in Haft genommen worden. Offizielle Befragungen hätten noch nicht begonnen.

Schmiergeld und Geschenke als Gegenleistung

Die Beschuldigten auf der Nehmerseite sollen dem Magazin zufolge Schmiergeld und andere Geschenke als Gegenleistung für lukrative Aufträge erhalten haben - mit Auswirkungen auch auf nichtbeteiligte Konkurrenten. Einer der durch die Bestechungen aus dem Markt gedrängten Cargo-Dienstleister habe sogar bereits Insolvenz anmelden müssen, schreibt der "Spiegel".

Die Ermittlungen um eine weitere Korruptionsaffäre mit Millionenschaden am größten deutschen Flughafen sind noch nicht abgeschlossen. Hier steht ein früherer Manager des Flughafenbetreibers Fraport im Mittelpunkt, der Erbbaugrundstücke in der Cargo City Süd verschoben haben soll

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