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Malaysia Airlines wird nach MH17-Absturz verstaatlicht

Nach zwei Unglücken  

Malaysia Airlines wird verstaatlicht

08.08.2014, 18:20 Uhr | AFP, AP, t-online.de

Malaysia Airlines wird nach MH17-Absturz verstaatlicht. Malaysia Airlines wird unter staatliche Kontrolle gestellt (Quelle: dpa)

Malaysia Airlines wird unter staatliche Kontrolle gestellt (Quelle: dpa)

Zwei schwere Unglücke waren zu viel für Malaysia Airlines. Die hohe Verluste schreibende malaysische Fluglinie wird komplett unter staatliche Kontrolle gestellt. Der Staatsfonds Khazanah Nasional, mit 70 Prozent der Anteile bereits Mehrheitsaktionär, übernimmt auch die restlichen Anteile, wie er selbst mitteilte. Um die Fluggesellschaft "wieder zum Leben zu erwecken", müsse sie komplett umgebaut werden. Ein Plan für die Restrukturierung des Unternehmens, bei dem 19.500 Menschen arbeiten, werde bis Ende August vorgelegt.

Im März war eine Maschine der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden - noch immer fehlt von ihr jede Spur. Am 17. Juli wurde dann ein weiteres Passagierflugzeug der Airline auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ukraine abgeschossen. Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet. Die Buchungen bei der Fluggesellschaft gingen in der Folge drastisch zurück.

Fluglinie wird von der Börse genommen

Die Airline macht täglich ein bis zwei Millionen Dollar (1,5 Millionen Euro) Verlust. Khazanah Nasional will das Unternehmen nun von der Börse nehmen und "Geschäftsmodell, Finanzen, Personal sowie den gesetzlichen Rahmen" überprüfen. Nur so könne die nationale Fluggesellschaft wieder profitabel werden und weiterhin eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Landes spielen. Der Handel mit der Aktie wurde bereits ausgesetzt, auf eigenen Wunsch der Fluglinie, wie die malaysische Börse mitteilte.

Malaysia Airlines schrieb schon vor den beiden schweren Unglücken Verluste. Gründe sind die hohen Personalkosten und die aggressive Konkurrenz in Asien. Analysten zufolge muss der Staatsfonds die Führung austauschen, Stellen und einige Flugziele streichen. Die Airline "braucht ein neues Herz und ein neues Hirn", sagt Shukor Yusof vom Beratungsunternehmen Endau Analytics. "So wie heute ist sie dem Untergang geweiht."

Unglücke als Ende von Airlines

Flugzeugunglücke sind häufiger der Grund für das Ende einer Fluggesellschaft. So stellte TWA 1997 alle Flüge nach Deutschland ein, nachdem 1996 der Flug TWA 800 kurz nach dem Start in New York über dem Atlantischen Ozean explodierte und 230 Menschen starben. TWA ging später in der American Airlines auf.

Der Lockerbie-Anschlag 1988 läutete das Ende der US-Airline PanAm ein. 259 Insassen und elf Bewohner am Boden kamen ums Leben. PanAm ging 1991 in die Insolvenz und wurde von Delta Airlines übernommen.

Die kleine US-Fluglinie ValuJet verlor 1996 nach einem Absturz in den Everglades in Florida vorübergehend die Fluglizenz. Doch auch nach der Wiedererteilung hatte sie mit Imageproblemen zu kämpfen. ValuJet kaufte schließlich eine andere Fluggesellschaft und gelangte so an die Namensrechte von AirTran Airways, die sie bis heute nutzt.

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