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Ifo-Index fällt zum vierten Mal in Folge - DAX bleibt unbeeindruckt

Stimmungsbarometer  

Ifo-Index fällt zum vierten Mal in Folge

25.08.2014, 16:08 Uhr | dpa, rtr

Ifo-Index fällt zum vierten Mal in Folge - DAX bleibt unbeeindruckt. Die Krisen in der Welt verunsichern offenbar die deutschen Unternehmen (Quelle: dpa)

Die Krisen in der Welt verunsichern offenbar die deutschen Unternehmen (Quelle: dpa)

Das Lager der Konjunkturpessimisten in der deutschen Wirtschaft erhält wegen der Ukraine-Krise immer mehr Zulauf. Die Stimmung in den Cheftagen trübte sich im August den vierten Monat in Folge ein und ist nun so schlecht wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Der deutsche Aktienmarkt bleibt gelassen.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel um 1,7 auf 106,3 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Zuvor befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 107 Punkte erwartet. "Die deutsche Wirtschaft verliert weiter an Kraft", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Führungskräfte schätzten sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt. Das Barometer für die Lage fiel um 1,8 auf 111,1 Zähler, das für die Erwartungen um 1,7 auf 101,7 Zähler. Besonders in der Industrie läuft es nicht mehr rund: Hier ist das Geschäftsklima so schlecht wie seit Juli 2013 nicht mehr.

"Vom Export werden immer weniger Impulse erwartet", sagte Sinn. Auch im Groß- und Einzelhandel sowie bei den Dienstleistern trübte sich die Stimmung ein. Nur die Braubranche konnte sich dem Abwärtstrend entziehen.

Russland-Krise belastet

Die Sorge vor einem Handelskrieg mit Russland belastet die Exporteure. Die deutschen Ausfuhren dorthin waren im ersten Halbjahr um 15,5 Prozent eingebrochen, was die Unternehmen rund drei Milliarden Euro kostete. Wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine wurden die gegenseitigen Sanktionen im Juli nochmals verschärft. "Die deutsche Wirtschaft bleibt anfällig für Störungen von außen", sagte Nordea-Ökonom Holger Sandte. "Speziell auf der Industrie lasten die anhaltende Schwäche im Euroraum und die Unsicherheit infolge der geopolitischen Spannungen."

Die deutsche Wirtschaft war im Frühjahr überraschend um 0,2 Prozent geschrumpft. Mit dem erneuten Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers schwinden die Chancen auf ein starkes Comeback in der zweiten Jahreshälfte. Ifo-Experte Klaus Wohlrabe erwartet für das laufende Quartal ein Wachstum nahe der Nulllinie. Sein Institut werde die Wachstumsprognose für 2014 wohl von aktuell 2,0 in Richtung 1,5 Prozent korrigieren.

Der deutsche Aktienmarkt ignorierte die mageren zahlen. Der DAX stand am Vormittag gut ein Prozent höher da.

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