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Deutschland schuldet Griechenland elf Milliarden Euro


Weltkriegs-Zwangsanleihe  

Deutschland schuldet Griechenland angeblich elf Milliarden Euro

12.01.2015, 13:39 Uhr | t-online.de, AFP, dpa

Deutschland schuldet Griechenland elf Milliarden Euro. Deutschland soll Griechenland Geld aus einer Zwangsanleihe aus dem Zweiten Weltkrieg schulden. (Quelle: dpa)

Deutschland soll Griechenland Geld aus einer Zwangsanleihe aus dem Zweiten Weltkrieg schulden. (Quelle: dpa)

Stimmenfang in Griechenland oder eine berechtigte Forderung? Deutschland soll Griechenland einem vertraulichen Bericht des griechischen Rechnungshofs zufolge elf Milliarden Euro aus einer Zwangsanleihe aus dem Zweiten Weltkrieg schulden. Dies berichtete die Athener Sonntagszeitung "To Vima" unter Berufung auf einen Bericht, der letzte Woche der griechischen Regierung vorgelegt wurde. Die Bundesregierung hatte die Forderungen bereits mehrfach abgelehnt.

Der mit der Anleihe verbundene Zwangskredit in Höhe von ursprünglich 476 Millionen Reichsmark war 1942 der Deutschen Reichsbank von der griechischen Zentralbank gewährt worden, um die Besatzungskosten zu decken. Die griechische Regierung hatte im Frühjahr eine Sonderkommission gebildet, die mögliche Forderungen aus dem Zweiten Weltkrieg konkretisieren sollte.

Besonders die größte griechische Oppositionspartei Bündnis der radikalen Linken (Syriza) will von Berlin die Rückzahlung einer Zwangsanleihe aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges fordern. "Keine Regierung hat das bisher thematisiert, aber wir werden es tun", sagte Syriza-Sprecher Panos Skourletis "Spiegel Online".

Das Auswärtige Amt weist hingegen daraufhin, dass Deutschland in den Jahren zwischen 1959 bis 1964 Reparationszahlungen in Höhe von 115 Millionen DM geleistet habe. Zudem habe Athen den Zwei-plus-Vier-Vertrag, der als abschließende Regelung der durch den Krieg entstandenen Schäden verstanden wird, im Jahr 1990 unterzeichnet.

Tsipras will weiteren Schuldenschnitt

Bei der Parlamentswahl am 25. Januar könnte die Syriza-Partei stärkste Kraft werden. Alexis Tsipras fordert derweil, den von der Troika aus Internationalem Währungsfonds, EU und Europäischer Zentralbank vorgegebenen strikten Sparkurs zu lockern und Verhandlungen über einen Schuldenschnitt vorzunehmen.

Die Aussicht auf den Wahlerfolg der Partei sorgte in der Europäischen Union zuletzt für eine neue Debatte über ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone. Befeuert wurde diese durch einen Bericht, die Bundesregierung stufe dies inzwischen als hinnehmbar ein.

Die internationalen Geldgeber von IWF und EU haben bisher fast 240 Milliarden an Krediten an Griechenland gegeben, um das Land zu stabilisieren und im Euro zu halten.

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