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Steuerflucht angeprangert: McDonald's soll Milliarden am Fiskus vorbeigelenkt haben


Steuerflucht angeprangert  

McDonald's soll Milliarden am Fiskus vorbeigelenkt haben

26.02.2015, 16:36 Uhr | t-online.de, AFP

Steuerflucht angeprangert: McDonald's soll Milliarden am Fiskus vorbeigelenkt haben. Fastfood-Kette McDonald's der Steuertrickserei beschuldigt. (Quelle: Reuters)

Fastfood-Kette McDonald's der Steuertrickserei beschuldigt. (Quelle: Reuters)

Die Fastfood-Kette McDonald's soll den EU-Staaten durch Steuertricks mehr als eine Milliarde Euro vorenthalten haben. Das Unternehmen habe durch sogenannte Steueroptimierung zwischen 2009 und 2013 Zahlungen von 1,05 Milliarden Euro vermieden, erklärten drei internationale Gewerkschaftsverbände.

So habe McDonald's Einnahmen in Höhe von 3,7 Milliarden Euro über seine Luxemburger Holding McDonald's Europe Franchising laufen lassen. Diese habe in Luxemburg in dem fünfjährigen Zeitraum nur 16 Millionen Euro Steuern gezahlt.

Vor allem Frankreich betroffen

Von diesen Finanzmanövern sei vor allem der französische Fiskus betroffen gewesen, erklärten die Gewerkschaftsverbände. Ihm seien zwischen 386 und 714 Millionen Euro Steuereinnahmen entgangen. Die Verbände riefen die EU-Kommission und die nationalen Steuerbehörden dazu auf, das Finanzgebahren von McDonald's genau unter die Lupe zu nehmen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

McDonald's Europe erklärte in einer Stellungnahme, es würden alle geltenden Gesetze eingehalten, einschließlich derjenigen zu der Frage, wo Steuern gezahlt werden müssen. McDonald's zahle außerdem nicht nur Steuern auf seinen Gewinn, sondern auch Sozialabgaben und Immobiliensteuern.

Steuerparadiese im Visier der EU-Kommission

Internationale Konzerne nutzen immer wieder Schlupflöcher in den nationalen Steuersystemen, um Abgaben zu sparen. Unter anderem verlagern sie ihre Gewinne in Länder mit niedrigen Steuersätzen. Wegen solcher Praktiken standen unter anderem der iPhone-Hersteller Apple und die Kaffeehaus-Kette Starbucks in der Kritik.

Die EU-Kommission erklärte jüngst, "der Kampf gegen Steuerflucht und Steueroptimierung" habe "absolute Priorität". Sie verwies auf ihre offiziellen Ermittlungen zu den Steuersystemen in Luxemburg, Irland, Belgien und den Niederlanden. Den vier Staaten wird vorgeworfen, Großkonzernen auf Kosten der anderen EU-Staaten Steuererleichterungen einzuräumen. Ergebnisse der Ermittlungen zu Luxemburg, Irland und den Niederlanden sollen im zweiten Quartal dieses Jahres vorgestellt werden.

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