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Wegen Zinsmanipulationen: Deutsche Bank zahlt 2,5 Milliarden Dollar Strafe

Wegen Zinsmanipulationen  

Deutsche Bank zahlt 2,5 Milliarden Dollar Strafe

23.04.2015, 14:10 Uhr | rtr, t-online.de

Wegen Zinsmanipulationen: Deutsche Bank zahlt 2,5 Milliarden Dollar Strafe. Die Deutsche Bank muss für Zinsmanipulationen in der Vergangenheit Milliarden zahlen. (Quelle: dpa)

Die Deutsche Bank muss für Zinsmanipulationen in der Vergangenheit Milliarden zahlen. (Quelle: dpa)

Die jahrelangen Manipulationen von Zinssätzen durch Banken rund um den Globus sind schon vor Jahren aufgeflogen. Seitdem hagelt es eine Strafzahlung nach der anderen. Die Deutsche Bank muss jetzt einen Rekordbetrag berappen: 2,5 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) wird Deutschlands größtes Geldhaus zahlen. Sieben Mitarbeiter verlieren ihren Job.

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Auch wenn die Strafe deutlich höher ausfällt als noch vor Wochen spekuliert, atmen Börsianer auf. Denn endlich kann das in unzählige Rechtsstreitigkeiten verwickelte Geldhaus seine größte Altlast zu den Akten legen.

Die Deutsche Bank hatte Finanzkreisen zufolge schon länger hohe Rückstellungen für einen Vergleich gebildet. Sie reichten aber anscheinend nicht aus. Jedenfalls hatte die Bank am Mittwochabend bekanntgegeben, weiteres Geld für Rechtsstreitigkeiten einzuplanen. Die Belastungen dafür summieren sich nun im ersten Quartal auf 1,5 Milliarden Euro. Was Experten positiv stimmt, ist die Ankündigung der Bank, im Auftaktquartal trotzdem einen Gewinn geschafft zu haben. Der ausführliche Zwischenbericht wird in der kommenden Woche erwartet - in etwa zeitgleich mit der Bekanntgabe der neuen Strategie.

Eigentlich hatte der Branchenprimus das Thema Zinsmanipulation schon im vergangenen Jahr abhaken wollen. Doch weil so viele verschiedene Behörden mit am Tisch saßen, ging die Rechnung nicht auf. Eingebunden sind das US-Justizministerium, die US-Derivate-Aufsicht CFTC, die New Yorker Finanzaufsicht DFS von "Bankenschreck" Benjamin Lawsky sowie die britische Aufsichtsbehörde FCA.

Absprachen bei Libor und Euribor

Nach Erkenntnissen von Aufsehern hatten sich bei Banken in der ganzen Welt einzelne Händler bei wichtigen Referenzzinsen wie Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen. An solchen Zinssätzen hängen Geschäfte in einem Volumen von vielen hundert Billionen Dollar. Etliche Institute haben schon Vergleiche mit verschiedenen Instanzen geschlossen. Als bisherige Rekordstrafe in der Affäre galten die 1,5 Milliarden Dollar, die die Schweizer Großbank UBS 2012 bezahlen musste.

Die Deutsche Bank war von der EU-Kommission bereits Ende 2013 zu einer Strafe von 725 Millionen Euro verdonnert worden.

Auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat sich die Zinstricksereien bei der Deutschen Bank genauer angeschaut. Sie ging vor allem der Frage nach, ob Manager - etwa der langjährige Chef-Investmentbanker und heutige Co-Chef Anshu Jain - davon wussten und diese womöglich duldeten. Dieser Verdacht erhärtete sich bislang nicht, wie die Ermittler wiederholt durchblicken ließen. Der Abschlussbericht der BaFin steht aber noch aus, er wird im Mai oder Juni erwartet.

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