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Deutsche Bank senkt Renditeziel - Aktie gerät unter Druck

Neue Strategie kommt nicht gut an  

Deutsche Bank senkt Renditeziel - Aktie unter Druck

27.04.2015, 12:01 Uhr | rtr, AFP, dpa

Deutsche Bank senkt Renditeziel - Aktie gerät unter Druck. Deutsche Bank will sich verschlanken: Postbank weg, Investmentbanking kleiner. (Quelle: dpa)

Deutsche Bank will sich verschlanken: Postbank weg, Investmentbanking kleiner. (Quelle: dpa)

Die Deutsche Bank hat ihre neue Strategie vorgestellt. Schrumpfen und Sparen steht in den kommenden Jahren im Fokus. So soll das Filialnetz hierzulande kräftig ausgedünnt werden. Zudem wird die Tochter Postbank verkauft und das Investmentgeschäft abgespeckt. Die Pläne für die Neuaufstellung kommen bei Investoren an der Börse vorerst nicht gut an.

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Die Deutsche-Bank-Aktie fiel zeitweise um über fünf Prozent unter die Marke von 30 Euro und war damit Tagesverlierer im Deutschen Aktienindex Dax .

Renditeziel gesenkt

Die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen lassen sich den Konzernumbau bis 2020 etwa 3,7 Milliarden Euro kosten. Wegen des härter werdenden Umfelds mussten die beiden Vorstände beim Renditeziel zurückrudern. Statt zwölf sollen nun noch gut zehn Prozent erzielt werden. Deutschlands größtes Geldhaus bleibe eine Universalbank, betonten sie am Montag. "Wir bleiben global, aber fokussieren uns geografisch; und wir bleiben universal, aber vermeiden, alles für jeden sein zu wollen."

Gestrichen wird vor allem im Privatkundengeschäft. Von den derzeit rund 700 "blauen" Niederlassungen in Deutschland müssen bis zum Jahr 2017 bis zu 200 ihre Türen schließen, wie das Institut mitteilte.

Postbank: Neuer Börsengang geplant

Seit dem Wochenende ist außerdem klar: Die Postbank mit ihren "gelben" Filialen wird verkauft. Bis Ende 2016 ist die Rückkehr der Postbank an die Börse geplant. In einem ersten Schritt will sich die Deutsche Bank dabei auf eine Position als Minderheitsaktionär zurückziehen, mittelfristig aber ganz aussteigen.

Die Deutsche Bank hält sich mit dem vorherigen Börsen-Rückzug aber auch den Verkauf der Postbank an einen Konkurrenten offen, der ohne eine Börsennotiz leichter machbar wäre. Der Kurs der Postbank-Aktie war durch Spekulationen auf eine hohe Abfindung aufgebläht worden.

Kleinaktionäre werden zwangsabgefunden

Der mögliche Börsengang der Postbank solle dann ohne deren verbliebene Kleinaktionäre über die Bühne gehen. Die Kleinaktionäre sollen bis Jahresende über eine Zwangsabfindung aus der Postbank-Aktie gedrängt werden, wie die Bank mitteilte.

Die Deutsche Bank hat das Recht dazu, nachdem sie ihre Beteiligung an der Postbank auf 96,8 von 94,1 Prozent aufgestockt hat. Formal muss eine für August geplante Hauptversammlung über den "Squeeze-Out" entscheiden.

Kündigungsschutz bis Mitte 2017

Unterdessen haben sich die Gewerkschaft Verdi und die Deutsche Postbank AG auf höhere Tarifgehälter für die Beschäftigten geeinigt. Im Kern sieht die Vereinbarung eine Erhöhung der tariflichen Bezüge für die 5600 Mitarbeiter der Postbank von 2,1 Prozent ab dem 1.April 2015 und 2,0 Prozent ab dem 1.April 2016 vor.

Die Beschäftigten müssen die Verkaufspläne ihrer Konzernmutter vorerst nicht fürchten: Die Verhandlungspartner einigten sich auf einen Kündigungsschutz für sämtliche tariflich beschäftigten Mitarbeiter des Postbank Konzerns bis zum 30.Juni 2017.

Milliarden sollen eingespart werden

Die Investmentbank der Deutschen Bank soll sich nach Konzernangaben noch stärker aus margenarmen Geschäftsfeldern zurückziehen, die Bilanz der Sparte soll um etwa 200 Milliarden Euro reduziert werden.

Aus sieben bis zehn Ländern will sich die Bank ganz oder teilweise zurückziehen. Die Präsenz in fünf weiteren europäischen Märkten soll erhalten bleiben.

Bis zum Jahr 2020 will die Bank insgesamt 3,5 Milliarden Euro einsparen. Davon solle ein Großteil über "Effizienzsteigerungen" erreicht werden. Der Rest solle erzielt werden, in dem sich die Bank "aus unprofitablen Geschäften zurückzieht, ihre geografische Präsenz optimiert und ihr Filialnetz reduziert", erklärte die Deutsche Bank.

Investitionen in digitale Technologien

Außerdem will Deutschlands größte Bank mehr Geld in den Ausbau digitaler Technologien stecken. In den kommenden drei bis fünf Jahren seien über alle Geschäftsbereiche hinweg zusätzliche Investitionen von bis zu einer Milliarde Euro geplant. Durch computergestützte Beratungskanäle, Automatisierung und die Entwicklung neuer Kundenangebote wolle das Institut neue Ertragsmöglichkeiten generieren.

Alleine im Privat- und Firmenkundengeschäft (PBC), in dem gut ein Viertel aller Filialen geschlossen werden sollen, will die Bank bis 2020 zwischen 400 und 500 Millionen Euro für digitale Technologie in die Hand nehmen. Sie schlägt damit einen ähnlichen Weg ein wie die HypoVereinsbank (HVB). Die Münchener machen die Hälfte ihrer Filialen dicht und hübschen die verbliebenen Niederlassungen auf.

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