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Deutschland: Ungelernte Hilfsarbeiter immer öfter von Armut bedroht


Aussichten werden immer schlechter  

Armut droht vor allem ungelernten Hilfsarbeitern

27.08.2015, 15:30 Uhr | dpa

Deutschland: Ungelernte Hilfsarbeiter immer öfter von Armut bedroht. Auch Abitur allein schützt vor Armut nicht. Eher schon eine Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium. (Quelle: dpa)

Auch Abitur allein schützt vor Armut nicht. Eher schon eine Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium. (Quelle: dpa)

Je schlechter die Bildung, desto größer ist die Gefahr arm zu werden. Während die sogenannte Armutsgefährdungsquote in Deutschland insgesamt in den vergangenen Jahren stabil blieb, hat sich die Lage für Menschen mit geringer Bildung deutlich verschlechtert.

Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. 2014 waren 30,8 Prozent der schlecht qualifizierten Einwohner Deutschlands über 25 Jahre armutsgefährdet. Neun Jahre zuvor, 2005, hatte das nur auf 23,1 Prozent zugetroffen.

Als armutsgefährdet gelten laut Definition der Europäischen Union Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen müssen. Nach dem Mikrozensus für 2014 sind das beispielsweise Einpersonenhaushalte, die weniger als 917 Euro pro Monat zur Verfügung haben.

Als gering qualifiziert gelten Menschen, die maximal einen Realschulabschluss, aber keine Berufsausbildung haben. Ungelernte Hilfsarbeiter haben das größte Risiko. Als mittelqualifiziert können auch Abiturienten gelten, wenn sie nicht studiert oder keine Ausbildung haben. Auch dann ist die Gefahr arm zu werden relativ hoch.

Große Kluft zwischen Ost und West

Im Bundesschnitt lag die Armutsgefährdungsquote 2014 bei 15,4 Prozent. "Damit war die Quote sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland in den letzten zehn Jahren relativ stabil", sagte Bundesamt-Statistiker Bernd Becker. Allerings sind die Unterschiede zwischen Ost und West auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung enorm. Das Risiko, arm zu sein, betrug 2014 in den neuen Bundesländern plus Berlin 19,2 Prozent. In den alten Bundesländern lag die Quote bei 14,5 Prozent.

Bei den Geringqualifizierten ist der Unterschied noch deutlicher: Im Osten lag die Quote bei 37,5 Prozent (2005 bei 28,6 Prozent). Im Westen betrug sie 29,8 Prozent - aber auch dort ist das Risiko deutlich gewachsen: 2005 lag die Quote noch bei 22,3 Prozent.

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