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VW-Abgas-Skandal: Matthias Müller kündigt harten Sparkurs an

Harter Sparkurs bei VW  

Osterloh: "Noch keine Konsequenzen für Arbeitsplätze"

06.10.2015, 18:16 Uhr | AFP, dpa

VW-Abgas-Skandal: Matthias Müller kündigt harten Sparkurs an.  Ein Tiguan bei der Endabnahme in Wolfsburg. Die Frage ist, ob die Kunden VW in Zukunft noch ihr Vertrauen schenken. (Quelle: dpa)

Ein Tiguan bei der Endabnahme in Wolfsburg. Die Frage ist, ob die Kunden VW in Zukunft noch ihr Vertrauen schenken. (Quelle: dpa)

Bei einer außerordentlichen Betriebsversammlung in Wolfsburg hat der neue VW-Chef Matthias Müller angekündigt, den Sparkurs zu verschärfen. Die geschäftlichen und finanziellen Folgen des Abgas-Skandals seien noch nicht absehbar, darauf müsse das Unternehmen schnell reagieren. Arbeitsplätze sind laut Betriebsratschef Osterloh aktuell nicht in Gefahr.

"Deshalb stellen wir jetzt alle geplanten Investitionen nochmal auf den Prüfstand", kündigte Vorstandschef Matthias Müller vor mehr als 20.000 Beschäftigten in einer Werkshalle im Wolfsburger Stammwerk an.

In seiner ersten Rede nach seiner Wahl fügte der frühere Porsche-Chef hinzu: "Was nicht zwingend nötig ist, wird gestrichen oder geschoben."

Deshalb solle das von seinem Vorgänger Martin Winterkorn eingeleitete Sparprogramm "nachjustiert" werden.

"Das wird nicht ohne Schmerzen gehen", sagte Müller. Er betonte aber auch, VW dürfe durch Einsparungen seine führende Position nicht in Gefahr bringen.

"Noch" keine Jobs in Gefahr

Zuvor hatte sich Betriebsratschef Bernd Osterloh an die Belegschaft gewandt. Die Verunsicherung bei den Mitarbeitern ist groß - viele fürchten einen Stellenabbau. Osterloh erklärte: "Derzeit, das ist die gute Nachricht, gibt es noch keine Konsequenzen für Arbeitsplätze."

Dies gelte sowohl für die Stammbelegschaft als auch für Leiharbeiter. "Und es gibt den festen Willen, dass wir alles tun werden, um die Beschäftigung zu sichern." Müller bestätigte das - den Abbau von Arbeitsplätzen schloss er jedoch nicht ausdrücklich aus.

Folgen für Bonuszahlungen

Allerdings erklärte Müller, dass die Affäre Auswirkungen auf das Betriebsergebnis und damit auf die Bonuszahlungen für die Mitarbeiter haben werde. Zudem kündigte er an: "Wir werden genau hinschauen, wie der Bonus für den Vorstand aussehen soll."

Der Betriebsratschef forderte, ebenso wie Müller, alle Projekte und Investitionen auf den Prüfstand zu stellen.

Ausmaß nicht abzusehen

Osterloh betonte auch, dass das Ausmaß der Krise und die Folgen für den Weltkonzern auch zweieinhalb Wochen nach dem Bekanntwerden der Manipulationen von Diesel-Abgaswerten nicht abzusehen seien. Niemand könne sagen, wie die VW-Kunden auf den Skandal reagieren.

Vorstandschef Müller erklärte, dass Techniker bei einigen Autos auch direkt an den Motoren Hand anlegen müssten. Teilweise werde eine Überarbeitung der Software zwar ausreichen. "Bei einem Teil der Fahrzeuge werden dagegen auch zusätzliche Eingriffe an der Hardware notwendig sein."

Mut zugesprochen

Gleichzeitig machte Müller den Mitarbeitern Mut: "Wir können und wir werden diese Krise bewältigen. Weil Volkswagen ein Konzern mit starker Substanz ist".

Weltweit beschäftigt Volkswagen etwa 600.000 Mitarbeiter - etwa 72.500 Mitarbeiter davon im Stammwerk in Wolfsburg.

Mitte September war bekannt geworden, dass Volkswagen bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen mit einer speziellen Software die Abgaswerte bei Testverfahren nach unten gedrückt hat. Etwa acht Millionen der betroffenen Wagen sind laut VW in der Europäischen Union zugelassen, davon 2,8 Millionen in Deutschland.

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