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China: Wachstum fällt auf niedrigsten Stand seit 25 Jahren

Lahmende Konjunktur  

Chinas Wachstum fällt auf 25-Jahres-Tief

19.01.2016, 11:36 Uhr | dpa, rtr

China: Wachstum fällt auf niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Dunkle Wolken legen sich über Chinas Konjunktur. 2015 war das Wachstum besonders niedrig. (Quelle: Reuters)

Dunkle Wolken legen sich über Chinas Konjunktur. 2015 war das Wachstum besonders niedrig. (Quelle: Reuters)

Chinas Wirtschaftswachstum schwächelt. Die Wirtschaft konnte 2015 zwar um 6,9 Prozent zulegen - das ist aber der niedrigste Stand seit 25 Jahren. Das teilte das nationale Statistikbüro mit. An den Börsen sorgt der Bericht trotzdem für positive Impulse.

Einen dämpfenden Effekt auf die Konjunkturdaten hatte das vierte Quartal 2015: Zwischen Oktober und Dezember gab es ein Plus von 6,8 Prozent. Auch die Investitionen in Fabriken, den Immobilienmarkt und andere Sachanlagen ließen 2015 nach: Sie fielen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 auf nunmehr zwölf Prozent. Der Einzelhandelsumsatz ging von zwölf Prozent im Jahr 2014 auf 10,6 Prozent zurück.

Das Quartalsergebnis von Oktober bis Dezember 2015 ist das schlechteste in China seit dem Ende der globalen Finanzkrise 2008. Damals war das Wachstum im ersten Quartal des Jahres 2009 auf 6,1 Prozent abgesackt. 

Asiatische Börsen legen trotzdem zu

Analysten zufolge sorgen die BIP-Daten zunächst für etwas Beruhigung. Die größten Ängste um die chinesische Wirtschaft, die in den jüngsten Börsenturbulenzen zum Vorschein gekommen seien, seien wohl übertrieben, sagte Volkswirt Louis Kuijs vom Analysehaus Oxford Economics. "Wir sehen keine Anzeichen für eine abrupte Abkühlung."

Die Kurse an den Börsen in Asien legten spürbar zu. Die Anleger seien erleichtert, dass es keine böse Überraschung gegeben habe, sagten Experten. Das dürfte auch im DAX für Erholung sorgen.

IWF: Pessimistische Prognose für 2016

Die chinesischen Konjunkturdaten für 2015 deckten sich mit Prognosen aus dem Privatsektor und dem von der Pekinger Führung ausgegebenen Ziel von rund sieben Prozent. Für das laufende Jahr rechnen Experten jedoch mit einem weiteren Konjunkturrückgang in der Volksrepublik. Der Internationale Währungsfonds (IWF) etwa sieht für 2016 nur ein Plus von 6,3 Prozent.

Die Führung in Peking setzt auf eine Abkehr von einer auf Handel und Investitionen abhängigen Wirtschaft und eine Hinwendung zu einem nachhaltigeren Wachstum, das auf Binnenkonsum und Dienstleistungen fußen soll. Doch der unerwartet starke Abschwung in den vergangenen zwei Jahren fachte Sorgen vor politisch heiklen Stellenstreichungen an. In der Folge sah sich China gezwungen, mit wiederholten Leitzinsanhebungen und anderen Schritten das Wachstum anzukurbeln.

Experten sehen auch positive Signale

Wang Bao'an vom Statistikbüro sprach am Dienstag bei einer Pressekonferenz von einer "anhaltend komplexen internationalen Situation." Die Reformen umfassend zu vertiefen sei eine gewaltige Aufgabe, sagte er weiter.

Zugleich sahen Analysten Anzeichen für einen zum Jahresende 2015 anziehenden Einzelhandel und andere positive Signale, die als mögliche Fortschritte bei Pekinger Bemühungen um eine Eindämmung des Abwärtstrends gedeutet wurden. "Das Wachstumsbild hat nach wie vor zwei Seiten. Der Einbruch im Immobilienbau und die schwachen Exporte drücken zwar weiter auf die Aktivität", schrieb Louis Kuijs von Dienstleister Oxford Economics in einem Bericht. "Doch der Verbrauch steigt derweil weiter robust, unterstützt durch solides Lohnwachstum. Das robuste Konsumwachstum und der Dienstleistungszusammenhang sind wichtig für die politischen Verantwortlichen. Sie brauchen das, um Stress auf dem Arbeitsmarkt zu vermeiden."

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