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China: Export bricht massiv ein - auch deutsche Wirtschaft betroffen

Auch deutsche Wirtschaft betroffen  

Chinas Export bricht ein

15.02.2016, 14:43 Uhr | dpa, rtr

China: Export bricht massiv ein - auch deutsche Wirtschaft betroffen. Hochhäuser im Finanz-Distrikt von Shanghai. (Quelle: dpa)

Hochhäuser im Finanz-Distrikt von Shanghai. (Quelle: dpa)

Die chinesische Wirtschaft kommt nicht zur Ruhe. Nachdem sich der Außenhandel im Dezember erholt hatte, ist es im Januar zu einem erneuten Einbruch bei den Exporten gekommen. Doch auch die Importe gingen stärker zurück als von Experten erwartet - auch für die deutsche Wirtschaft ist das ein Dämpfer.

Bei den Ausfuhren habe der Rückgang im Jahresvergleich bei 11,2 Prozent auf 177,5 Milliarden Dollar gelegen, teilte die Zollverwaltung in Peking mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang um 1,8 Prozent gerechnet. Die Einfuhren gingen um 18,8 Prozent auf 114,2 Milliarden Dollar zurück. Hier war ein Minus von 3,6 Prozent erwartet worden.Rückläufig: Export und Import in China. (Quelle: Statista)Rückläufig: Export und Import in China. (Quelle: Statista)

Absatz deutscher Autokonzerne schrumpft

Auch für deutsche Unternehmen sind das schlechte Nachrichten, schließlich fielen ihre Exporte in die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bereits im vergangenen Jahr und damit erstmals seit 1997. Einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge verkauften Volkswagen, Daimler und BMW im vergangenen Jahr 4,4 Millionen Pkw in China und damit ein Prozent weniger als 2014.So entwickelte sich seit 2009 der Absatz deutscher Autos in China. (Quelle: dpa)So entwickelte sich seit 2009 der Absatz deutscher Autos in China. (Quelle: dpa)

Angesichts der stark gefallenen Importe stieg der Handelsbilanzüberschuss in China auf einen neuen Rekordstand. Er kletterte um 5,4 Prozent auf 63,3 Milliarden Dollar. Gemessen in Yuan fielen die Rückgänge bei den Ein- und Ausfuhren etwas niedriger aus, waren aber ebenfalls enttäuschend hoch.

So bewerten Analysten die Entwicklung in China

"Die Schwäche der Handelsbilanzzahlen in ganz Asien unterstreicht noch einmal, dass die meisten Länder der Region einen zunehmenden Fokus auf den Binnenkonsum legen müssen", kommentierte Devisenexperte Hao Zhou von der Commerzbank. Die Zahlen zeigten, dass die Erholung der Handelsbilanzdaten im Dezember weitgehend auf Sondereffekte zurückzuführen war und nicht auf eine Verbesserung der Auslandsnachfrage.

Zumindest teilweise sind für die schlechten Zahlen aber auch die Feiertage um das chinesische Neujahrsfest vergangene Woche verantwortlich, schrieben die Analysten Liu Li-Gang und Louis Lam vom australischen Bankhaus ANZ. Viele Unternehmen versuchten demnach, noch vor Beginn der langen Urlaubszeit um den wichtigsten chinesischen Feiertag ihre Fracht ins Ausland zu verschiffen. Deshalb hätten die Exporte im Dezember das erste Mal seit neun Monaten leicht angezogen, seien dann aber im Januar wieder stark zurückgegangen.

Gesunkene Rohölimporte

China hatte im vergangenen Jahr mit 6,9 Prozent das schwächste Wirtschaftswachstum seit 25 Jahren verzeichnet. Die Regierung in Peking versucht, das Wachstumsmodell des Landes umzustellen. Die Wirtschaft des Landes soll künftig weniger von einer exportstarken Industrie abhängig sein. Dafür soll der Dienstleistungssektor gestärkt werden.

Außerdem sind die chinesischen Rohölimporte deutlich gefallen. Sie sanken zum Vorjahr um 4,6 Prozent auf rund 6,3 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag. Dies ist der niedrigste Wert seit drei Monaten. Angesichts der jüngsten Neujahrsfeierlichkeiten erwarten Beobachter im Februar erneut einen Rückgang. China ist der größte Energieverbraucher der Welt.

Aktienmärkte reagieren gelassen

Die Aktienmärkte zeigten sich am ersten Handelstag im "Jahr des Affen" trotz der schwachen Handelsdaten relativ robust. Nach einer Woche Handelspause wegen der Feiertage um das chinesische Neujahrsfest schloss der Composite Index in Shanghai nur 0,6 Prozent im Minus.

Dabei hatten viele Analysten vor heftigen Kursabschlägen gewarnt. Sie rechneten mit einer Nachholreaktion auf die vergangene Woche weltweit eingebrochenen Aktienmärkte.

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