Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Konjunktur >

"Dexit": Jeder dritte Deutsche befürwortet den EU-Austritt


EU-Skepsis in Europa  

Jeder dritte Deutsche befürwortet den "Dexit"

31.05.2016, 20:19 Uhr | dpa, rtr

"Dexit": Jeder dritte Deutsche befürwortet den EU-Austritt. Deutschland- und Europa-Fahnen (Quelle: dpa)

Deutschland- und Europa-Fahnen (Quelle: dpa)

Die Europäer sind erschreckend EU-kritisch - auch die Deutschen. Einer Umfrage zufolge würde jeder Dritte hierzulande einen Austritt aus der Europäischen Union befürworten.

Bei einer Volksabstimmung würden demnach nur 54 Prozent der Deutschen und 42 Prozent der Franzosen für einen Verbleib in der EU votieren, wie aus einer YouGov-Umfrage für die Verlagsgruppe "Handelsblatt" hervorgeht.

Die Briten entscheiden am 23. Juni bei einem mit Spannung erwarteten Referendum über den Austritt ihres Landes ("Brexit"). Nach Angaben der Meinungsforscher sind je 40 Prozent dafür beziehungsweise dagegen.

Von "Brexit" wird Kettenreaktion erwartet

Mehr als die Hälfte der in Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland befragten EU-Bürger plädieren laut YouGov dafür, dass die Briten in der Union bleiben. Von den Franzosen sind nur 42 Prozent dafür, während 32 Prozent einen Austritt Großbritanniens favorisieren würden.

Sollten die Briten für einen "Brexit" stimmen, halten es die meisten Befragten für wahrscheinlich, dass auch andere Länder ein ähnliches Referendum abhalten werden.

Griechenland als Profiteur

Auf die Frage, welches Land am stärksten von seiner EU-Mitgliedschaft profitiert, antworten die meisten Bürger aus Deutschland, Frankreich, Dänemark und Finnland eindeutig mit "Griechenland". Für die Briten hingegen ist Deutschland der größte Profiteur.

Anders sieht es aus, wenn man die Bürger fragt, welches Land die größten Nachteile wegen seiner EU-Mitgliedschaft hat. Hier nennen Briten, Deutsche, Franzosen, Finnen und Schweden jeweils ihre Heimat als größten Leidtragenden.

Flüchtlinge das große Reformthema

Den EU-weit größten Reformbedarf sehen alle Befragten bei den Themen Flüchtlinge und Sozialleistungen. Mit 62 Prozent der Nennungen steht Großbritannien hier an der Spitze. Es folgen Dänemark (56 Prozent), Schweden (54 Prozent), Deutschland (52 Prozent), Frankreich (43 Prozent), Finnland (42 Prozent) und Nicht-EU-Land Norwegen (37).

Generell sehen die Befragten arme Länder wie Griechenland und Rumänien sowie Großbetriebe und Wohlhabende eher als Gewinner der EU. In Deutschland nannten 56 Prozent der Befragten die Banken, gefolgt von Besitzern großer Betriebe (53 Prozent) sowie Politikern (38 Prozent). Schlecht kommen demnach Geringverdiener (37 Prozent), Landwirte (28 Prozent), Rentner (25 Prozent) sowie Kleinunternehmer (24 Prozent) weg.

Die Studie signalisiert auch eine gewisse Europa-Skepsis der Bürger. Viele Befragte bezeichneten die EU als "unwirtschaftlich", "arrogant" und "weit weg".

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Diese Banken finanzieren Ihr Eigenheim
Jetzt hier den Zins-Check machen:

Anzeige

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal