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Schlecker verklagt Tchibo, Henkel & Co.

t-online, reuters, bv

Aktualisiert am 30.06.2016Lesedauer: 2 Min.
Der Schlecker-Insolvenzverwalter will mit einer Reihe von Kartellklagen eine dreistellige Millionensumme erstreiten.
Der Schlecker-Insolvenzverwalter will mit einer Reihe von Kartellklagen eine dreistellige Millionensumme erstreiten. (Quelle: /imago-images-bilder)
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Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will mehr Geld fĂŒr die GlĂ€ubiger der insolventen Drogeriekette herausholen. Dazu verklagt er verschiedene frĂŒhere Lieferanten - meist bekannte Markenartikelhersteller, die frĂŒher Preise abgesprochen hatten.

Wie das Wirtschaftsmagazin "Bilanz" in seiner kommenden Ausgabe berichtet, reichte Geiwitz am Landgericht Stuttgart zwei Schadenersatzklagen ein: eine gegen Melitta und Tchibo, die andere gegen Henkel, Procter & Gamble und Unilever. Von Melitta und Tchibo fordert der Verwalter demnach zusammen 99 Millionen Euro, von den anderen insgesamt 25 Millionen Euro Schadenersatz.

Die ehemaligen Schlecker-Lieferanten waren Mitglieder von Kartellen und mussten hohe, insgesamt dreistellige Millionenstrafen bezahlen. Die eigentlichen Preisabsprachen fielen in die Zeit vor der Schlecker-Insolvenz im Jahr 2012.

Procter & Gamble und Melitta bestĂ€tigten, dass ihnen die Klage bekannt sei. Zu Details wollten sich die beiden Firmen nicht Ă€ußern. Tchibo und Unilever teilten mit, ihnen liege keine Klage vor. Von Henkel war zunĂ€chst keine Stellungnahme zu erhalten.

Dreistelliger Millionenschaden

Schlecker sei ein Schaden von 300 Millionen Euro entstanden, sagte Geiwitz gegenĂŒber "Bilanz". "Damit schlagen wir ein neues Kapitel in der Insolvenzverwaltung auf." Er rechne sich gute Erfolgschancen aus, die Klagen zu gewinnen. Das bringe weitere Masse fĂŒr die Schlecker-GlĂ€ubiger.

Neben der eingereichten, plant Geiwitz den Angaben zufolge eine weitere Klage vor dem Landgericht Mannheim, ebenfalls gegen ein frĂŒheres Kartell. Betroffen davon sind nach "Bilanz"-Informationen die Drogerieartikel-Hersteller Beiersdorf, Glaxo-Smith-Kline ("Dr. Best"), Gilette, L'Oreal, erneut Procter & Gamble ("Blendamed") sowie Erdal und der ParfĂŒmhersteller Coty. Gegen insgesamt 15 Hersteller eines Drogerieartikel-Kartells hatte das Bundeskartellamt 2013 Bußgelder in Höhe von 63 Millionen Euro verhĂ€ngt.

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Hier will Geiwitz 185 Millionen Euro herausholen. Außerdem seien Kartellklagen gegen SĂŒĂŸwaren- und Zuckerproduzenten geplant.

GlÀubiger schauen weiterhin in die Röhre

Trotz der hohen Klagesummen wĂŒrden die Schlecker-GlĂ€ubiger aber auch im kompletten Erfolgsfall der Prozesse auf dem weitaus grĂ¶ĂŸten Teil ihrer Forderungen sitzenbleiben. Insgesamt hatte Schlecker vor der Insolvenz einen Milliarden-Schuldenberg aufgehĂ€uft. Bezahlt werden können davon allenfalls ein- bis niedrige zweistellige ProzentbetrĂ€ge fĂŒr die bevorzugt zu bedienenden sogenannten MasseglĂ€ubiger, wĂ€hrend die sogenannten InsolvenzglĂ€ubiger weiterhin leer ausgehen.

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Bei Schlecker war die sogenannte MasseunzulĂ€nglichkeit erklĂ€rt worden, das heißt, dass die Insolvenzmasse nicht ausreichte, um die Masseverbindlichkeiten zu erfĂŒllen. Daran Ă€ndern auch die aktuellen Klagen nichts.

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