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Fernbusse: FlixBus übernimmt PostBus

Marktführer kauft Nummer Zwei  

Fernbusunternehmen Flixbus übernimmt Postbus

03.08.2016, 19:21 Uhr | rtr

Fernbusse: FlixBus übernimmt PostBus. Gehören künftig zum selben Unternehmen: Postbus und Flixbus. (Quelle: dpa)

Gehören künftig zum selben Unternehmen: Postbus und Flixbus. (Quelle: dpa)

Der deutsche Fernbus-Marktführer Flixbus übernimmt den Konkurrenten Postbus. Dem Deal waren wochenlange Verhandlungen vorausgegangen.

Die ersten Linien der Fernbus-Sparte der Deutschen Post sollen ab November in das Flixbus-Netz integriert werden, sagte Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein. "Mit dem Erwerb des Postbus-Angebots stärken wir bewusst unser Kerngeschäft in Deutschland." In einem ersten Schritt komme es nun darauf an, die Fahrpläne beider Anbieter anzupassen und das Streckennetz zu verbessern, so Schwämmlein weter.

Ausbau von grenzüberschreitenden Strecken

Bislang parallel fahrende Linien auf Verbindungen wie etwa München-Berlin sollen zugunsten neuer Ziele reduziert werden. "Wir wollen zum Beispiel die Küste häufiger anfahren und den grenzüberschreitenden Verkehr ausbauen, vor allem aber die Regionen stärken." Profitieren würden Kleinstädte, die bisher noch nicht an das Fernbus-Netz angeschlossen sind.

Flixbus will mit der Übernahme auch neue Kundengruppen gewinnen. Die Kunden beim Postbus seien im Schnitt etwas älter und kauften Tickets vor allem in den Filialen der Deutschen Post. Preiserhöhungen plant Flixbus nicht. "Die Frage nach höheren Preise bekommen wir seit anderthalb Jahren gestellt", sagte Schwämmlein der "Wirtschaftswoche".

Express-Kurierservice für Pakete

Darüber hinaus wollen Flixbus und Post in der Logistik zusammenarbeiten. Derzeit testet das Bonner Unternehmen einen Express-Kurierservice zwischen Hamburg und Berlin, bei dem DHL-Pakete taggleich mit dem Fernbus versendet werden. "Wir prüfen, wie wir diesen Service gemeinsam mit FlixBus ausweiten", sagte der Geschäftsführer von Deutsche Post Mobility, Joachim Wessels.

Zum Kaufpreis wollte der Flixbus-Gründer keine Angaben machen. Der Deal werde aber zusätzliche Einnahmen von 15 bis 20 Millionen Euro jährlich bringen. Die Übernahme ist am Montag in Kraft getreten. Der Postbus war im November 2013 als Kooperation mit dem ADAC an den Start gegangen. Der Autoclub stieg im November 2014 aus dem Projekt aber wieder aus, die Post betrieb das Geschäft alleine weiter.

Auch wenn sich hier die Marktmacht auf ein Unternehmen konzentriert, wird die Übernahme nicht am Bundeskartellamt scheitern. Die Deutsche Post und FlixMobility hatten die Wettbewerbshüter vorab informiert und deutlich gemacht, dass der Zusammenschluss zu klein für eine Prüfung sei. Die erforderliche Umsatzschwelle für eine Prüfung liegt bei 25 Millionen Euro im Inland oder einem weltweiten Umsatz von 500 Millionen Euro. 

Flixbus auf Expansionskurs

Ende Juni hatte Flixbus bereits den britischen Konkurrenten Megabus übernommen und damit seine europaweite Expansion vorangetrieben. Anfang des Jahres besaß das im Februar 2013 gegründete Unternehmen nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens Iges in Deutschland einen Marktanteil von 71 Prozent - vor Postbus mit 10 Prozent.

Derzeit fährt Flixbus 900 Ziele an, rund 450 davon im deutschsprachigen Raum. Postbus bietet Verbindungen zu 112 Zielen an, etwa 85 davon in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Flixbus war 2011 als GoBus gegründet worden. Anfang 2015 schloss sich der Anbieter mit dem Rivalen MeinFernbus zusammen, zeitgleich stieg der Finanzinvestor General Atlantic neben den Gründern beider Unternehmen als Minderheitseigentümer ein. 

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