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Abgas-Skandal zwingt VW zu Einsparungen: Weniger Schichten, mehr Output

Weniger Schichten, mehr Produktivität  

Medien: Abgas-Skandal zwingt VW zu Einsparungen

18.10.2016, 08:33 Uhr | rtr, dpa, AFP, t-online.de

Abgas-Skandal zwingt VW zu Einsparungen: Weniger Schichten, mehr Output. Der Autoturm von Volkswagen in Wolfsburg. (Quelle: imago/Ipon)

Der Autoturm von Volkswagen in Wolfsburg. (Quelle: imago/Ipon)

Der Volkswagen-Konzern plant Medienberichten zufolge Einsparungen. Grund seien die Belastungen durch den Diesel-Abgasskandal und die schwächelnde Hauptmarke VW.

Die Produktivität der VW-Werke solle bis 2020 um fünf bis acht Prozent erhöht werden, berichtete das "Handelsblatt" unter Verweis auf Konzernkreise. Fast jede dritte Schicht, vor allem teure Sonder- und Wochenendschichten, könnte gestrichen werden.

Eine Schließung von Werken, wie dem in Osnabrück, über die zeitweise spekuliert worden war, ist demnach vom Tisch. Stattdessen solle dort ein neues Modell produziert werden.

VW-Markenchef Herbert Diess und der Betriebsrat verhandeln derzeit noch über einen Pakt, um die Hauptmarke mit ihren 200.000 Mitarbeitern in fast 30 Werken weltweit profitabler zu machen. VW war für eine Stellungnahme zu dem Bericht nicht zu erreichen.

Beschäftigte erfahren am Donnerstag mehr

Am Donnerstag sollen die Beschäftigten im Stammwerk Wolfsburg auf einer Betriebsversammlung über den Stand der Verhandlungen informiert werden. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte in einem Interview mit dem "Handelsblatt" vergangene Woche erklärt, betriebsbedingten Kündigungen werde die Arbeitnehmervertretung nicht zustimmen.

Doch könnten jährlich 1500 bis 2500 Stellen über Altersteilzeit abgebaut werden. Der Trend in den kommenden Jahren sei, dass mehr Menschen das Unternehmen verließen als neue eingestellt würden.

Müller schwört Manager angeblich auf harte Zeiten ein

Konzernchef Matthias Müller will unterdessen im gesamten Konzern mit seinen zwölf Marken auf die Kostenbremse treten. Wie die "Automobilwoche" am Wochenende berichtete, sollen allein die Sachgemeinkosten, also zum Beispiel Materialkosten, im kommenden Jahr um zehn Prozent gesenkt werden. Das habe Müller bei einem Management-Treffen in Wolfsburg angekündigt. "Das ist heftig, und es wird nicht ohne Schmerzen gehen", sagte er demnach vor VW-Führungskräften.

"Die Folgen der Krise werden uns in den nächsten Jahren bis an die Grenzen belasten. Und das in einer Zeit, in der wir eigentlich jeden verfügbaren Euro in den brutalen Strukturwandel unseres Geschäfts investieren müssten", so Müller.

Der Dax-Konzern, der wegen manipulierter Abgastests bei Diesel-Fahrzeugen am Pranger steht, wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Insidern zufolge soll der Aufsichtsrat am 18. November die Budgets der Konzernmarken für das kommende Jahr beschließen.

Regierung will Sammelklage-Möglichkeit vorantreiben

Die Bundesregierung wies derweil Vorwürfe zurück, sie wolle den Verbraucherschutz - unter anderem für betroffene VW-Kunden - blockieren. Es geht um die geplante Einführung von Musterklagen, bei denen etwa Verbraucherverbände stellvertretend für mehrere Kunden Schadenersatzansprüche geltend machen könnten.

"Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR hatten berichtet, die Pläne kämen nicht mehr vor der nächsten Bundestagswahl im Herbst 2017 zustande. Ein Sprecher des Justizministeriums sagte dazu, es sei nach wie vor das Ziel, noch in diesem Jahr einen Referentenentwurf zu Musterfeststellungsklagen in die Ressortabstimmung zu bringen.

Musterfeststellungsklagen unterscheiden sich von Sammelklagen, wie sie in den USA mit dort oft sehr hohen Schadensersatzsummen üblich sind. Auch Verbraucherschützer machen sich für Musterfeststellungsklagen stark. Durch solche Klagen wird das Prozesskostenrisiko für den einzelnen Verbraucher gesenkt, zudem werden Gerichte entlastet. Betroffene Unternehmen erhalten schneller Rechtssicherheit.

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