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Abgas-Skandal: VW könnte Schadenersatz von Piëch fordern

Aufsichtsrat bestätigt  

VW könnte Schadenersatz von Piëch fordern

05.02.2017, 17:01 Uhr | rtr, dpa

Abgas-Skandal: VW könnte Schadenersatz von Piëch fordern. VW-Großaktionär Ferdinand Piech. (Quelle: dpa)

VW-Großaktionär Ferdinand Piech. (Quelle: dpa)

VW-Großaktionär Ferdinand Piëch muss sich nach den Worten von VW-Aufsichtsrat und IG-Metall-Chef Jörg Hofmann womöglich auf Schadenersatzforderungen des Konzerns einstellen. Piëch hatte gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt, dass er den damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn früher als bisher zugegeben über die Manipulation der Diesel-Motoren unterrichtet habe.

Träfe die Aussage zu, dann stelle sich die Frage, "ob Professor Piëch seine Pflichten als damaliger Aufsichtsratsvorsitzender erfüllt hat", sagte Hofmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Dann seien mögliche Haftungsansprüche zu prüfen.

Für Winterkorn gilt nach Hofmanns Worten dasselbe: War der ehemalige Vorstandsvorsitzende tatsächlich früher in die kriminellen Machenschaften seiner Ingenieure eingeweiht, wie von Piëch unterstellt, dann "werden wir das in die laufende Prüfung möglicher Haftungsansprüche gegen Organmitglieder einbeziehen", sagte Hofmann dem Blatt.

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft hatte vor einer Woche erst die Ermittlungen gegen Winterkorn auf den Betrugsverdacht ausgeweitet. Laut den Strafverfolgern hatten sich "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" ergeben, dass der ehemalige Konzernchef früher als von ihm öffentlich behauptet von der Betrugssoftware und ihrer Wirkung gewusst haben könnte. Dabei berief sich die Ermittlungsbehörde auf eigene Vernehmungen von Zeugen und die Auswertung beschlagnahmter Dateien.

Erster deutscher Großkunde klagt 

Inzwischen hat erstmals ein deutscher Großkunde im Abgasskandal Klage gegen VW eingereicht. Der Fischverarbeiter Deutsche See fordert 11,9 Millionen Euro Schadenersatz, wie ein Firmensprecher sagte. Das Unternehmen hatte den Schritt bereits im Sommer angekündigt. Nun habe das Unternehmen am Landgericht Braunschweig wegen arglistiger Täuschung Klage erhoben, bestätigte der Sprecher. 

Bei der Deutschen See sind nach Unternehmensangaben etwa 500 Autos von den Abgasmanipulationen betroffen. "Wir sind tief enttäuscht über VW und fühlen uns hingehalten und betrogen", sagte Deutsche-See-Chef Egbert Miebach. Ein Sprecher des Fischverarbeitungskonzerns ergänzte: "Umweltfreundliche Mobilität war der Grundgedanke der Partnerschaft." Das sei auch schriftlich so festgehalten worden.

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