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Gillette siegt im Rasierklingenstreit gegen Wilkinson

Niederlage für Wilkinson vor Gericht  

Gillette siegt im Rasierklingenstreit

18.07.2017, 14:13 Uhr | dpa

Gillette siegt im Rasierklingenstreit gegen Wilkinson. Im Patentstreit zwischen den Weltmarktführern Gillette und Wilkinson hat Gillette einen Sieg davon getragen. (Quelle: dpa/Federico Gambarini)

Im Patentstreit zwischen den Weltmarktführern Gillette und Wilkinson hat Gillette einen Sieg davon getragen. (Quelle: Federico Gambarini/dpa)

Schlechte Nachrichten für Millionen Männer: Das Düsseldorfer Landgericht hat dem Rasiererhersteller Wilkinson untersagt, weiterhin preisgünstige Ersatzklingen für den Nassrasierer "Mach3" des Konkurrenten Gillette herzustellen. Im Handel noch vorhandene Ware muss Wilkinson aber nicht zurückrufen.

In einem Eilverfahren entscheiden die Düsseldorfer Richter, dass durch die Nachahmerklingen ein Patent von Gillette über die Verbindung von Griff und Klingeneinheit verletzt werde. Vorhandene Vorräte an den Klingen muss Wilkinson laut dem Urteil einem Gerichtsvollzieher übergeben, bis über eine Vernichtung entschieden ist. Ware, die aktuell im Handel ist, darf jedoch weiter verlauft werden.

Der Rasiererhersteller Wilkinson und sein Mutterkonzern Edgewell hatten die Klingen im Frühjahr auf den Markt gebracht. Zur Freude vieler Verbraucher: Denn die Klingen wurden laut Gericht in fünf Drogeriemarktketten zu Preisen von rund 30 Prozent unter dem Niveau des Originals verkauft. Gillette, das bislang ein Monopol auf die Ersatzklingen hatte, wollte sich das nicht gefallen lassen und beantragte eine einstweilige Verfügung gegen den Rivalen.

Wilkinson könnte bald neue Nachahmerklingen rausbringen

Wilkinson verteidigte die Herstellung vor Gericht mit dem Argument, das Patent von Gillette sei nichtig. Die darin beschriebene Mechanik sei schon zum Zeitpunkt der Erteilung des Patents 1998 nicht wirklich neu gewesen. Das Gericht teilte diese Meinung nicht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wilkinson kündigte Berufung an. Doch selbst wenn Wilkinson den Verkauf der Nachahmerprodukte zunächst einstellen muss: "Mach3"-Besitzer können hoffen, schon in absehbarer Zeit wieder billigere Klingen zu bekommen. Denn das umstrittene Patent läuft bereits im Februar 2018 aus.

Patentrecht als strategische Waffe im Wettbewerb

Für den Wirtschaftsprofessor Michael Stephan von der Universität Marburg sind derartige Prozesse ein Beweis dafür, dass das Patentrecht in den vergangenen Jahren immer mehr von einem defensiven Schutzschild zu einer strategischen Waffe im Wettbewerb geworden ist. Selbst vergleichsweise simple Produkte wie Nassrasierer würden inzwischen von einem regelrechten "Patentdickicht" umgeben.

Allein für den "Mach3 Turbo" habe Gillette 35 Patente angemeldet, berichtet der Wissenschaftler. Das reiche von der Schnittstelle für die Verbindung zwischen Klinge und Schaft über den Neigungswinkel der Klingen bis zur Verpackung. Die Unternehmen versuchten so, starke Schutzschilde für die eigenen Produkte aufzubauen.

Opfer dieser Praxis könne leicht der Verbraucher werden, wenn er nicht aufpasst, warnt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Düsseldorf. Denn habe man erst einmal ein auf den ersten Blick preisgünstiges Gerät gekauft, so sei man an den Hersteller gebunden - und der lasse sich dies oft "tüchtig bezahlen". Es sei deshalb wichtig, schon beim Kauf die Folgekosten zu prüfen.

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