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3-Konten-Modell: Sparen für Paare und Familien leicht gemacht


Für Paare und Familien
Drei-Konten-Modell: So fällt das Sparen leichter


Aktualisiert am 09.02.2024Lesedauer: 3 Min.
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Ein Paar, drei Konten: Sobald es gemeinsame Fixkosten gibt, sollten Paare ihre Finanzen auch gemeinsam regeln.Vergrößern des Bildes
Ein Paar, drei Konten: Sobald es gemeinsame Fixkosten gibt, sollten Paare ihre Finanzen auch gemeinsam regeln. (Quelle: Maca and Naca/getty-images-bilder)

Wer mit seinem Partner zusammenlebt, sollte auch gemeinsam den Überblick über die Finanzen behalten. Wie Ihnen das Drei-Konten-Modell dabei helfen kann.

Miete, Einkauf, Stromabrechnung: Bei aller Liebe füreinander sollte es in Partnerschaften und Familien auch in Sachen Geld fair zugehen. Dazu gehört, gemeinsame Ausgaben gemeinsam zu finanzieren – wenn auch nicht zwingend im Verhältnis 50:50. Zugleich sollte sich jeder Partner ein Stück finanzielle Unabhängigkeit bewahren können.

Mit dem sogenannten Drei-Konten-Modell lassen sich beide Ziele vereinen. Wir erklären, was sich dahinter genau verbirgt und warum Sie mit diesem Sparmodell langfristig sogar mehr Geld zur Verfügung haben dürften.

Was ist das Drei-Konten-Modell?

Das Drei-Konten-Modell besteht aus einem Gemeinschaftskonto, auf das beide Partner zugreifen können, und jeweils einem eigenen Girokonto, mit dem jeder die Hoheit über einen Teil seines Geldes behält. Bei vielen Banken können Sie sowohl Ihr Einzelkonto als auch das Gemeinschaftskonto gleichzeitig führen. Bei Direktbanken sind die Kontoführungsgebühren meist günstiger als bei Filialbanken.

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Von dem Gemeinschaftskonto sollten sämtliche Kosten abgehen, die für die gemeinsame Haushaltsführung anfallen. Dazu gehören neben Miete und Nebenkosten auch die Kosten für Lebensmittel und gemeinsame Versicherungen wie zum Beispiel die Hausratversicherung, aber auch Rücklagen für Urlaube und größere Anschaffungen oder Kreditraten.

Paare können dabei zwischen zwei Varianten wählen:

  1. Beide Partner zahlen einen Teil ihres Gehalts auf das Gemeinschaftskonto ein. Im Sinne einer fairen Aufteilung kann das entweder für beide derselbe Betrag sein, wenn sich die Gehälter ähneln, oder die Partner bemessen die Zahlung anteilig am Gehalt. Der Besserverdienende würde dann automatisch mehr zum gemeinsamen Auskommen beitragen.
  2. Alternativ überweisen beide Partner zunächst ihr gesamtes Einkommen auf das Gemeinschaftskonto, von dem alle gemeinsamen Kosten abgehen. Am Ende des Monats teilen Sie dann das übrig gebliebene Geld durch zwei und überweisen es zurück auf die persönlichen Konten.

Gut zu wissen

Ein Gemeinschaftskonto können Sie in Form eines "Und-Kontos" oder eines "Oder-Kontos" eröffnen. Beim "Und-Konto" darf kein Partner alleine über das Guthaben verfügen. Beide Partner müssen alle Transaktionen absegnen. Beim "Oder-Konto" kann jeder Kontoinhaber unabhängig auf das Gemeinschaftskonto zugreifen.

Beispielrechnung

Nehmen wir an, der eine Partner verdient monatlich 3.000 Euro netto, der andere 2.200 Euro. Die Haushaltsausgaben liegen bei 1.800 Euro im Monat.

In Variante 1 des Drei-Konten-Modells könnten die Partner nun ihre Überweisungen auf das Gemeinschaftskonto anteilig vom Gehalt berechnen. Da der eine Partner rund 58 Prozent zum Haushaltsnettoeinkommen beisteuert (3.000 Euro / 5.200 Euro x 100) und der andere 42 Prozent (2.200 Euro / 5.200 Euro x 100), überweist der Besserverdiener 1.044 Euro auf das gemeinsame Konto (58 Prozent von 1.800 Euro), der andere 756 Euro (42 Prozent von 1.800 Euro).

In Variante 2 würden zunächst beide ihr Gehalt auf das Gemeinschaftskonto einzahlen, sodass es jeden Monat aufs Neue mit insgesamt 5.200 Euro gefüllt wird. Nach Abzug der 1.800 Euro an Haushaltsausgaben bleiben 3.400 Euro übrig. Diese werden durch zwei geteilt, sodass jeder noch 2.150 Euro zur freien Verfügung auf dem eigenen Girokonto liegen hat.

Welche Vorteile hat das Drei-Konten-Modell?

Das Drei-Konten-Modell hat mehrere Vorteile. Es schafft selbst bei großen Gehaltsunterschieden finanzielle Unabhängigkeit, da es jedem Partner die Freiheit gewährt, mit dem Geld auf dem persönlichen Konto das zu tun, was sie oder er für richtig hält. Das wiederum senkt die Gefahr für Streit.

Außerdem hilft es, Geld bewusster auszugeben. Denn während die Geldeingänge und -ausgänge auf einem einzigen Konto schnell unübersichtlich werden, schafft das Drei-Konten-Modell ein Stück mehr Klarheit. Und wer genauer weiß, wie viel Geld er jeden Monat für welche Posten ausgibt, erkennt schneller Sparpotenzial. Das gilt umso mehr, wenn Sie zusätzlich ein Haushaltsbuch führen. Wie das geht, lesen Sie hier.

Welche Nachteile hat das Drei-Konten-Modell?

Das Drei-Konten-Modell setzt großes Vertrauen in den Partner voraus. Denn unter Umständen greift die sogenannte gesamtschuldnerische Haftung. Das bedeutet: Verursacht einer der Partner auf dem Gemeinschaftskonto Schulden, muss auch der andere dafür einstehen.

Das gilt auch, wenn Sie das Gemeinschaftskonto in Form eines "Und-Kontos" eröffnen (siehe oben). Grundsätzlich fahren Sie damit aber sicherer, weil Ihr Partner nicht ohne Ihre Zustimmung auf das gemeinsame Konto zugreifen kann. Das führt dazu, dass jeder stets weiß, was sich dort abspielt, hat aber den Nachteil, dass es Sie im Alltag einschränkt. Die Alternative ist das "Oder-Konto", mit dem Partner unabhängig voneinander über das Guthaben verfügen können, aber auch ein Stück Kontrolle abgeben.

Verwendete Quellen
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