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Finanzkrise kostet Steuerzahler 25 Milliarden


Finanzkrise  

Studie: Krise kostet Steuerzahler 25 Milliarden

01.07.2010, 19:59 Uhr | dpa, dpa

Finanzkrise kostet Steuerzahler 25 Milliarden . Deutschlands Steuerzahler werden wegen der Finanzkrise mit 25 Milliarden Euro zur Kasse gebeten (Foto: imago)

Deutschlands Steuerzahler werden wegen der Finanzkrise mit 25 Milliarden Euro zur Kasse gebeten (Foto: imago)

Die Finanzkrise kostet Deutschlands Steuerzahler nach Einschätzung von Experten letztlich bis zu 25 Milliarden Euro. Das haben Volkswirte der Deutschen Bank errechnet. Pro Steuerzahler ergibt sich so ein Wert von etwa 600 Euro. Damit dürften die direkten Kosten der seit Sommer 2007 tobenden Krise zwar "am Ende weit geringer ausfallen als ursprünglich erwartet", heißt es in einer gerade veröffentlichten Studie. Allerdings seien die Folgen der Turbulenzen insgesamt alles andere als moderat: "Im Gegenteil, auf zwei Gebieten waren ihre Auswirkungen besonders schmerzlich zu spüren: beim Wirtschaftswachstum und - zum Teil damit zusammenhängend - bei den Staatsfinanzen."

Teure Banken-Rettung

Insgesamt dürfte die Nettobelastung der deutschen Haushalte nach den Berechnungen unter ein Prozent des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) bleiben. Dennoch wird jeder der rund 42 Millionen Steuerzahler in Deutschland im Schnitt mit etwa 600 Euro belastet. Kosten erwarten die Forscher durch die Bankenrettung, für die der Bund über den Sonderfonds Finanzmarkt-Stabilisierung (SoFFin) Milliarden zur Verfügung stellte: "Langfristig erscheint es angesichts der strukturell geringen Profitabilität des deutschen Bankensystems höchst unwahrscheinlich, dass die beiden größten Empfänger von SoFFin-Kapital, die Commerzbank (18,2 Mrd. Euro) und die HRE (7,7 Mrd. Euro), die erhaltenen Mittel vollständig zurückzahlen werden, zumindest innerhalb eines überschaubaren Zeitraums."

Bundesländer werden ihre Gelder nie wiedersehen

Auch die Bundesländer, die etliche Landesbanken mit kräftigen Kapitalspritzen vor dem Untergang bewahrten, werden nach Einschätzung der Volkswirte einen Großteil dieser Gelder nie wiedersehen: "Der Ausblick auf Länderebene ist sogar noch weniger ermutigend: Die betroffenen Bundesländer dürften kaum mehr als einen kleinen Teil der 18 Milliarden Euro an Eigenkapitalstützen zurückerhalten, die sie BayernLB, LBBW und HSH Nordbank gewährt haben."

Insgesamt kommt Deutschland dennoch vergleichsweise günstig davon: Für die USA, wo das weltweite Beben an den Finanzmärkten ihren Anfang nahm, gehen die Volkswirte von bis zu 200 Milliarden Euro Kosten für die Steuerzahler aus.

Banken stabiler als gedacht

Derweil stehen die Banken im Euro-Raum stabiler da als von einigen Beobachtern zunächst befürchtet. Die am Donnerstag fällige Rückzahlung der einjährigen zinsgünstigen Kredite von insgesamt 442 Milliarden Euro, mit dem die Europäische Zentralbank (EZB) in der Finanzmarktkrise die Liquidität der Geldinstitute sicherstellen wollte, machte offenbar wenig Probleme. Das zeigt sich daran, dass von der EZB angebotene kürzerfristige Zentralbankkredite weit weniger in Anspruch genommen wurden, als von Analysten erwartet.

Nach Angaben der EZB in Frankfurt am Main wurde am Mittwoch ein sechsmonatiges Finanzgeschäft zu einem Zinssatz von 1 Prozent nur mit 131,9 Milliarden Euro nachgefragt. Analysten hatten ein Volumen von 200 Milliarden bis 250 Milliarden Euro vorausgesagt. Ein ergänzender Sechs-Tage-Tender am Donnerstag ebenfalls zu 1 Prozent wurde von 78 Banken mit 111,2 Milliarden Euro in Anspruch genommen.

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