Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Irland-Krise: Deutschland zahlt bis zu ein Drittel der Hilfen


Was die Irland-Krise den deutschen Steuerzahler kostet

23.11.2010, 10:29 Uhr | dpa-afx, AFP, AFP, dpa-AFX

Irland-Krise: Deutschland zahlt bis zu ein Drittel der Hilfen. Irland bittet offiziell um Milliarden aus dem EU-Rettungsschirm  (Foto: dpa)

Der Inselstaat Irland schafft es nicht mehr ohne die Hilfe der EU (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Irland braucht "mehrere zehn Milliarden Euro" um sich und seine maroden Banken zu sanieren. Deshalb bittet der schwer angeschlagene Inselstaat offiziell um Finanzhilfe aus dem Rettungsschirm der Euroländer und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Es gehe um weniger als 100 Milliarden Euro, sagte der irische Finanzminister Brian Lenihan. Das meiste Geld kommt aus Deutschland. Denn die Bundesregierung steht für bis zu ein Drittel der irischen Finanzhilfen gerade.

Allerdings muss Berlin kein Geld nach Dublin überweisen, sondern nur Bürgschaften geben - für die Kredite, die der Krisenfonds am Markt aufnimmt. Nur für den Fall, dass Irland seine Schulden nicht bezahlen könnte, würde die Bürgschaft fällig. In jedem Fall fallen indirekte Kosten an, weil sich die deutsche Kreditwürdigkeit durch die Bürgschaft verschlechtert - für die Bundesregierung wird es also teurer, Kredite aufzunehmen.

Wie läuft die Hilfe konkret ab?

Nun müssen aber die EU-Kommission und der IWF einen Auszahlungsplan beschließen, wobei die Auszahlung einzelner Tranchen an Bedingungen wie Haushaltsauflagen geknüpft ist. In der Debatte war auch eine Anhebung der Unternehmenssteuer, die derzeit in Irland mit 12,5 Prozent europaweit sehr niedrig ist und von vielen Ländern, darunter auch Deutschland, als "Dumping" im internationalen Wettbewerb um Industrieansiedlungen gesehen wird. Dies konnten die Iren aber abwenden.

Fließt das Geld, kann Dublin mit den Krediten seinen Bankensektor schneller sanieren. Das Land kämpft mit massiven Haushaltsproblemen, weil die Regierung den durch die Finanzkrise angeschlagenen Banken des Landes mit Milliardenhilfen zur Seite gesprungen ist. Mit 32 Prozent liegt das irische Haushaltsdefizit derzeit zehn Mal so hoch wie in der EU erlaubt. Die Forderungen ausländischer Geldgeber - unter denen deutsche und britische Banken am stärksten engagiert sind - sind mit den EU-Hilfen nun aber sicher. Die Nothilfe könnte verhindern, dass andere Sorgenkinder wie Spanien und Portugal mit in den Strudel gerissen würden. Dabei ist zu diesem Zeitpunkt aber keinesfalls sicher, ob die Nothilfen überhaupt ausreichen. Denn die Märkte sind nach wie vor skeptisch. Wenn Irland erst einmal abgesichert ist, können sich Spekulanten auf das nächste Land stürzen und beispielsweise auf eine Pleite Spaniens oder Portugals wetten.

Irland will sich sanieren

Zunächst will Irland aber seinen Staat sanieren. Im Gegenzug für die finanzielle Hilfe werde mit der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein "starkes" Sparprogramm ausgehandelt, sagte der irische Premierminister Brian Cowen. Nach Angaben von EU-Diplomaten soll sich der Umfang des Rettungspakets auf 80 bis 90 Milliarden Euro belaufen. Der irische Finanzminister Brian Lenihan sagte, dass die genaue Summe erst nach Ende der Verhandlungen in "mehreren Wochen" feststehen werde.

Laut der Commerzbank steht Irland damit vor einem harten Sanierungskurs: "Irland ist zwar für die nächsten drei Jahre gerettet, doch diese Rettung gibt es nicht umsonst", heißt es in einer Studie vom Montag. Voraussetzung für die Hilfen sei ein Sanierungsprogramm, dessen Schwerpunkt auf dem maroden Bankensektor liegen werde. Die heimischen Banken dürften zumindest verkleinert, möglicherweise sogar teils abgewickelt werden. "Damit ist auch klar, dass der Finanzsektor in den nächsten Jahren kein Wachstumsmotor für die irische Wirtschaft mehr sein wird."

Drastische Einschnitte im Sozialbereich

Zweite Baustelle der irischen Wirtschaft werde der Staatshaushalt sein, schreibt Commerzbank-Experte Christoph Weil. "Es wird drastische Einschnitte im Sozialbereich geben." Zudem dürften Steuererhöhungen winken, insbesondere bei den Unternehmensteuern. Die Märkte dürften unterdessen erleichtert auf die Rettung reagieren. Ob damit aber der Druck auf andere bedrohte Staaten nachhaltig schwinde, sei nicht sicher. "Die steigenden Risikoprämien für portugiesische Staatsanleihen sind nicht nur der irischen Krise geschuldet. Das Land hat auch eine Reihe eigener Probleme."

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sieht durch die Irland-Krise den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland unterdessen nicht in Gefahr. "Sollten Hilfen für Irland fließen, werden diese den Aufschwung in Deutschland nicht gefährden", sagte Brüderle sagte der "Bild"-Zeitung. Der Minister rief Dublin zu Reformen auf, um seine Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Wirtschaft
Irland erhält Gelder

Im Kampf gegen die Bankenkrise nimmt Irland eine Finanzspritze von EU und IWF an. zum Video


Anzeige
Mode ab Größe 44 shoppen und Versandkosten sparen
bei sheego.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018