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Griechenland wohl erst seit Euro-Einführung auf Schuldenkurs


Schuldenkrise  

Zeitung: Griechenland erst seit Euro-Einführung auf Schuldenkurs

28.03.2011, 11:40 Uhr | AFP, t-online.de

Griechenland wohl erst seit Euro-Einführung auf Schuldenkurs. Griechenland, Spanien, Portugal - bessere Finanzen vor der Euro-Einführung (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Griechenland, Spanien, Portugal - bessere Finanzen vor der Euro-Einführung (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Bis zur Euro-Einführung haben Griechenland, Portugal und Spanien einem Zeitungsbericht zufolge noch relativ solide gewirtschaftet und sowohl in der Tarifpolitik als auch bei der Verschuldung Zurückhaltung geübt. Dies gehe aus Daten des Statistikamts der Europäischen Union (Eurostat) hervor, berichtete der "Tagesspiegel". Erst mit der Einführung des Euro zum 1. Januar 2002 hätten vor allem Griechenland, in geringerem Maße auch Portugal eine expansive Haushalts- und Wirtschaftspolitik betrieben, die eine der Ursachen für die heutigen Probleme beider Länder sei.

Arbeitskosten deutlich über EU-Durchschnitt

Dem Bericht zufolge stiegen in Griechenland im Jahr vor der Euro-Einführung die Arbeitskosten um 1,5 Prozent in der gewerblichen Wirtschaft, um 2,6 Prozent in der Industrie und um 4,7 Prozent in der öffentlichen Verwaltung. 2002 seien diese Werte steil nach oben gegangen: um 11,7 Prozent im Gewerbe, 13 Prozent in der Industrie und 15,1 Prozent in der öffentlichen Verwaltung. Auch 2003 und 2004 habe es Anhebungen gegeben, die deutlich über dem EU-Durchschnitt gelegen hätten.

Investitionen zurückgegangen

Hingegen seien die Investitionen nach 2001 mit Ausnahme von 2003 jedes Jahr gegenüber dem Wert vor der Euro-Einführung zurückgegangen. Da gleichzeitig die Staatsverschuldung von rund 152 Milliarden Euro im Jahr 2001 auf 224 Milliarden Euro im Jahr 2006 gestiegen sei, liegt laut "Tagesspiegel" die Vermutung nahe, dass die Mittel vor allem in den Konsum flossen.

Iberer kurbelten Konsum an

In Spanien entwickelten sich die Arbeitskosten den Angaben zufolge weniger dynamisch als in Griechenland, der Anstieg habe aber jährlich im Schnitt um ein Prozent über dem EU-Durchschnitt gelegen. Die Staatsverschuldung Spaniens stieg demnach zwischen 2001 und 2006 nur moderat um vier Prozent, in Portugal hingegen im gleichen Zeitraum um 50 Prozent. Da auch hier die Investitionen rückläufig gewesen seien, dürfte vor allem der Konsum angekurbelt worden sein. In Spanien stiegen die Investitionen dem Bericht zufolge schon ab 2001 deutlich an - vor allem im Baubereich: Die Immobilienblase sei der Hauptgrund für die spanische Wirtschaftskrise, schreibt das Blatt.

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