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Schuldenkrise: Griechenland versinkt im Schuldensumpf


Griechen versinken im Schuldensumpf

28.04.2011, 09:18 Uhr | AFP, oca, AFP

Schuldenkrise: Griechenland versinkt im Schuldensumpf. Schulden Griechenlands höher als erwartet (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Schulden Griechenlands höher als erwartet (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

"Nicht schon wieder", haben sich sicher die Euro-Statistiker gedacht. Denn die Schulden Griechenlands mussten erneut nach oben korrigiert werden. Das Staatsdefizit des hochverschuldeten Landes betrug im vergangenen Jahr 10,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilte. Die Regierung in Athen machte die lahmende Wirtschaft des Landes dafür verantwortlich.

Bislang hatte die griechische Regierung das Defizit offiziell auf 9,4 Prozent geschätzt. Der griechische Finanzminister Giorgos Papaconstantinou hatte jedoch Ende März bereits gewarnt, dass für 2010 das Defizit "sehr wahrscheinlich" über der Schätzung liege. Die Daten der EU-Statistiker bestätigten nun, dass die Lage in Griechenland weitaus schlechter ist. Erlaubt sind nach EU-Regeln drei Prozent.

Rückschlag für Griechenland

Beim Schuldenstand erreichte Griechenland den EU-Angaben zufolge 142,8 Prozent des BIP, anstatt 142,5 Prozent wie bislang angenommen. Für das Jahr 2009 lag das griechische Finanzierungsdefizit bei 15,4 Prozent des BIP und der Schuldenstand bei 127,1 Prozent. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt der EU sieht neben einer Höchstgrenze für das jährliche Haushaltsdefizit von drei Prozent des BIP eigentlich vor, dass der Stand der öffentlichen Verschuldung insgesamt nicht mehr als 60 Prozent des BIP überschreiten darf.

Die neuen Zahlen sind ein Rückschlag für Griechenland. Vergangenes Jahr hatte das südeuropäische Land internationale Notkredite in Höhe von 110 Milliarden Euro erhalten, um eine Staatspleite abzuwenden. Dennoch scheint die Regierung in Athen aus der Schuldenkrise nicht herauszukommen. Das griechische Finanzministerium teilte nach Veröffentlichung der EU-Zahlen mit, der Grund sei insbesondere eine "schlimmer als erwartete Rezession der griechischen Wirtschaft, die Steuereinnahmen und Beiträge zur Sozialversicherung beeinflusste".

Mehr als 328 Milliarden Euro Schulden

Griechenland sitzt den Angaben der EU-Statistiker zufolge auf einem Schuldenberg von knapp 328,6 Milliarden Euro. Seit Wochen wird darüber spekuliert, dass Griechenland eine Umschuldung anstreben könnte. Manche Experten erwarten jedoch nicht, dass ein solcher Schritt allein die Probleme Griechenlands lösen könnte. "Ein hochverschuldetes Land muss einen Primärüberschuss erwirtschaften. Daran ändert auch eine Umschuldung nichts", sagte der finnische Notenbank-Präsident, Erkki Liikanen, der auch Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank ist, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Unter den EU-Staaten mit den höchsten Defiziten liegt Griechenland an zweiter Stelle hinter Irland (32,4 Prozent) und vor Großbritannien (10,4 Prozent), Spanien (9,2 Prozent) sowie Portugal (9,1 Prozent). Irland hatte als zweites Land nach Griechenland bereits internationale Finanzhilfe erhalten, für Portugal wird in diesen Wochen ein Hilfspaket über rund 80 Milliarden Euro ausgehandelt. Das portugiesische Statistikamt hatte das Haushaltsdefizit des Landes für das Jahr 2010 bereits am Wochenende von 8,6 Prozent auf 9,1 Prozent des BIP nach oben korrigiert.

Für Deutschland geben die EU-Statistiker wie bereits das Statistische Bundesamt, ein Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte von 3,3 Prozent des BIP an. Der Schuldenstand Deutschlands liegt demnach bei 83,2 Prozent des BIP. Die Bundesrepublik ist damit einer von vierzehn EU-Mitgliedstaaten, die im Jahr 2010 eine Verschuldungsquote von mehr als 60 Prozent des BIP aufwiesen.

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