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Schuldenkrise: Rekord-Rendite für griechische Anleihen


Rekord-Rendite für griechische Anleihen

28.04.2011, 09:18 Uhr | dpa, dpa

Schuldenkrise: Rekord-Rendite für griechische Anleihen. Die Situation von Griechenland wird immer kritischer (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Die Situation von Griechenland wird immer kritischer (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Hartnäckige Umschuldungsgerüchte setzen Griechenland immer mehr unter Druck. Die Kurse griechischer Staatsanleihen fallen rapide, die Renditen steigen auf Rekordhöhen. So schnellte die Rendite zweijähriger griechischer Staatsanleihen am Mittwoch erstmals seit Gründung der Währungsunion über die Marke von 25 Prozent. Für das hoch verschuldeten Land, das vor einem Jahr von den Europäern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mit einem Hilfspaket von 110 Milliarden Euro vor dem Staatsbankrott gerettet werden musste, wird der Gang an die Kapitalmärkte damit immer schwieriger.

Zeitweilig kletterte die Rendite für zweijährige Anleihen auf bis zu 25,1 Prozent. Dagegen liegt die Rendite für deutsche Staatspapiere mit entsprechender Laufzeit derzeit bei lediglich 1,76 Prozent. Der Grund ist die erstklassige Bonität Deutschlands.

Experte für Umschuldung

Die Entwicklung zeige, dass an den Märkten von einer Umschuldung Griechenlands ausgegangen wird, hieß es von Analysten. Es vergehe kaum noch ein Tag ohne neu Hiobsbotschaften über die Schuldenkrise in Griechenland, kritisierte der Chef des weltgrößten Anleihenhändlers Pimco, Mohamed El-Erian, in einem Beitrag des "Handelsblatt". Die bisherigen Rettungsversuche und die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus. Er plädiert für "eine möglichst freiwillige und ordentliche Umschuldung". Ein schnelles Handeln Europas sei notwendig, dann werde Griechenland die Europäische Währungsunion nicht in Gefahr bringen. Im Falle Griechenlands sei bereits eine zu große Schuldenlast auf öffentliche Institutionen und die Steuerzahler abgewälzt worden.

Für Griechenland und auch für Portugal war am Vortag ein noch höheres Staatsdefizit im vergangenen Jahr ausgewiesen worden als zuvor angenommen. Im Fall Griechenland lag das Defizit 2010 laut der Statistikbehörde Eurostat bei 10,5 Prozent statt zuvor ausgewiesener 9,6 Prozent. Erlaubt sind nach dem Maastricht-Vertrag höchstens drei Prozent.

Steigende Renditen in Irland und Portugal

Am Mittwoch stiegen die Renditen auch für andere angeschlagenen Euro-Ländern wie Irland und Portugal, allerdings bei weitem nicht so stark wie für Griechenland. Zudem liegt das Renditeniveau für irische und portugiesische Staatsanleihen noch nicht einmal halb so hoch wie beim größten Euro-Schuldensünder Europas. Auch in Spanien, der viertgrößten Volkswirtschaft Europas, legten die Renditen am Mittwoch leicht zu. Hier liegt das Renditeniveau allerdings noch wesentlich tiefer als für irische und portugiesische Staatsanleihen.

Finanzhilfen für Portugal auf der Kippe

Allerdings wächst auch der Druck auf Portugal. In Brüssel wurde am Mittwoch klargestellt, dass die Finanzminister des Eurogebiets am 16. Mai einstimmig für die Portugal-Hilfen votieren müssen, sonst könne der europäische Rettungsfonds Lissabon nicht vor der Pleite retten. Für Portugal ist ein Hilfsprogramm von Europäern und IWF von rund 80 Milliarden Euro anvisiert. Dieser Betrag werde sich voraussichtlich nicht ändern, obwohl das Staatsdefizit im vergangenen Jahr mit 9,1 Prozent der Wirtschaftsleistung um 0,5 Punkte höher ausfiel als zunächst erwartet, hieß es in Brüssel. Lissabon zahlt hohe Risikoprämien für seine Staatsanleihen und hatte sich Anfang des Monats nach langem Zögern entschlossen, unter den europäischen Rettungsschirm zu schlüpfen.

Allerdings wird die Finanzspritze für Portugal auch wegen des Wahlergebnisses des Euro-Partners Finnland zur Zitterpartie. Der konservative Parteichef und bisherige Finanzminister Jyrki Katainen will bis Mai eine neue Regierung mit zwei Parteien bilden, die gegen die Euro-Reform einschließlich Rettungsschirm sind. Zudem stehen in Portugal am 5. Juni vorgezogene Neuwahlen an. Die EU und der IWF wollen sicherstellen, dass sich auch die neu gewählte Regierung an die Abmachungen für die Hilfen, die mit harten Sparauflagen verbunden sind, hält.

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