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EU-Gipfel: Neue Milliardenhilfen für Griechenland


EU-Gipfel: Neue Milliardenhilfen für Griechenland

24.06.2011, 09:05 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

EU-Gipfel: Neue Milliardenhilfen für Griechenland. Griechenland kämpft weiter gegen den Schuldenberg. (Quelle: Reuters)

Griechenland kämpft weiter gegen den Schuldenberg. (Quelle: Reuters)

Die Europäer bieten dem krisengeschüttelten Griechenland neue Milliardenhilfen zur Abwendung eines Staatsbankrotts an. Dafür müsse das griechische Parlament das umstrittene Spar- und Privatisierungsprogramm der Regierung billigen, erklärten die EU-Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfel am späten Donnerstagabend in Brüssel.

"Das ist absolut nötig, um das Vertrauen wiederherzustellen", sagte EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy nach Abschluss mehrstündiger Beratungen. Nötig ist laut einer Gipfelerklärung auch die "nationale Einheit" der Griechen, um die schwere Krise zu meistern. Der Athener Oppositionsführer Antonis Samaras blieb bei einem Treffen konservativer Parteiführer in Brüssel zunächst aber auf seinem Blockadekurs.

Schnellere Auszahlung gefordert

Zudem wollen die Staatenlenker mit einer schnelleren Auszahlung von EU-Fördergeldern helfen. Damit unterstützen sie den Vorschlag von Kommissionspräsident José Manuel Barroso, auf diese Weise eine Milliarde Euro für Athen zu mobilisieren. "Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, um das Wachstum in Griechenland zu fördern", sagte Barroso anschließend.

IWF soll mithelfen

Die EU-Chefs stellten Athen zunächst ein neues Hilfsprogramm in Aussicht, an dem der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligt werden soll. Auch solle im Juli eine weitere Kredittranche von zwölf Milliarden Euro aus dem alten Rettungsplan ausgezahlt werden - diese ist nötig, um die drohende Pleite abzuwenden.

Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker sagte mit Blick auf die Athener Abstimmung über das Sparpaket in der kommenden Woche: "Ich gehe davon aus, dass die griechische Regierung die Mehrheit im Parlament bekommen wird. Falls nicht, sind wir in einer völlig anderen Gesamtgemengelage." Er fügte hinzu: "Aber niemand in Griechenland sollte hoffen, dass es so etwas wie einen Plan B gibt."

Umfang von 120 Milliarden Euro

Das neue Nothilfe-Paket soll nach Angaben von Diplomaten einen Umfang von bis zu 120 Milliarden Euro haben. Bei diesem Programm sollen sich Banken und Versicherungen auf freiwilliger Basis an den Kosten beteiligen. Details stehen noch nicht fest und sollen von den Euro-Finanzministern bei einem Sondertreffen am 3. Juli ausgearbeitet werden.

Zur Rettung vor dem Staatsbankrott profitiert Griechenland bereits von einem 110 Milliarden Euro schweren ersten Notpaket mit Krediten von Euro-Ländern und IWF. Griechenland ist das erste Euroland, das 2010 an den Finanztropf von EU und IWF musste. Später kamen Irland (85 Milliarden Euro) und Portugal (78 Milliarden Euro) dazu.

Alle Staaten sollen sparen

Die Staats- und Regierungschefs billigten im Rahmen der neu geschaffenen Wirtschafts- und Budgetaufsicht maßgeschneiderte Empfehlungen für die Mitgliedsländer. Alle Staaten sollen mehr sparen. Deutschland wird unter anderem aufgefordert, das Problem maroder Landesbanken zu lösen und Frauen einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen.

Die EU-Chefs stellen sich auch hinter die Pläne, den Krisenfonds für klamme Eurostaaten (EFSF) auf 780 Milliarden Euro aufzustocken und den anschließenden permanenten Rettungsfonds ESM von 2013 an mit 700 Milliarden Euro auszustatten.

Am Freitag werden die EU-Chefs zum Gipfelabschluss auch über die Zukunft des Schengen-Vertrags und die angespannte Lage in der arabischen Welt beraten.

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Wirtschaft
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