Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Italien-Krise zieht Börsen ins Minus


Italien-Krise zieht Börsen ins Minus

12.07.2011, 12:39 Uhr | oca, dapd, dapd

Italien-Krise zieht Börsen ins Minus. Sorgen um Italien schicken europaweit Aktienkurse auf Talfahrt (Foto: imago)

Sorgen um Italien schicken europaweit Aktienkurse auf Talfahrt (Foto: imago)

Die Schuldenkrise in Italien löst an den internationalen Finanzmärkten Schockwellen aus. Der Deutsche Aktienindex DAX fiel am Vormittag zwischenzeitlich unter die Marke von 7000 Punkten. Mit einem Minus von 3,2 Prozent erreichte der deutsche Leitindex bei 6996 Zählern den niedrigsten Wert seit mehr als drei Monaten. Die Börse in Mailand verlor zum Handelsstart mehr als drei Prozent. Gestern stürzte der Aktienindex um vier Prozent ab. Vor allem die Papiere italienischer Banken verloren stark an Wert. Die Anteile der größten Bank des Landes Unicredit verloren zehn Prozent, die Bank Intesa Sanpaolo neun Prozent. Die Zinsen für italienische Staatsanleihen stiegen am Montag zeitweise auf 5,6 Prozent. An der japanischen Börse dominierten ebenfalls die Minuszeichen. Der Nikkei-Index verlor 1,4 Prozent. Auch der Euro verlor kräftig gegen den Dollar (siehe Euro-Dollar-Kurs).

"Schlechtes Krisenmanagement in der Eurozone"

In Europa setzte sich damit die unterdurchschnittliche Entwicklung fort, wie ein Börsianer sagte. Als negativ wertet er das "schlechte Krisenmanagement in der Eurozone". Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank sprach von einem "klassischen Versagen der Europapolitik". Die EU-Politiker seien nicht in der Lage, langfristige Perspektiven für die Länder der Eurozone zu vermitteln. Dadurch werde das fundamental positive Bild der deutschen Volkswirtschaft verwässert.

Bei einem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag wurde deutlich, dass Kernfragen des neuen Griechenland-Notplans weiter umstritten sind. "Es wird immer noch nicht mit einer Stimme gesprochen", sagte der Händler.

In Brüssel kamen EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, der Präsident der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, und EU-Währungskommissar Olli Rehn zusammen. In Diplomatenkreisen hieß es, es gehe darum, sich auf eine mögliche Zuspitzung der Krise vorzubereiten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte in Berlin, sie habe den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi angerufen und mit ihm über seinen Haushalt gesprochen.

Sehr starke Botschaft gefordert

Die Finanzminister der Eurogruppe rangen bei den Beratungen um die Eindämmung der Schuldenkrise. "Wir brauchen heute eine sehr starke Botschaft nicht nur für die Stabilität Griechenlands, sondern der ganzen Eurozone und darüber hinaus", forderte Athens Finanzminister Evangelos Venizelos zum Auftakt eines Treffens der Ressortchefs in Brüssel.

Laut Diplomatenkreisen wurde bei den Finanzministern eine Erklärung vorbereitet, in der Italien zu einem klaren Bekenntnis zur Haushaltskonsolidierung gedrängt werden sollte. Berlin machte Druck, bei den Verhandlungen um die Privatsektorbeteiligung an einem zweiten Griechenlandpaket endlich Fortschritte zu erzielen. Schäuble wollte in Brüssel erneut für sein Modell werben, die Griechenland-Staatsanleihen in neue Bonds mit längerer Laufzeit umzutauschen, wie aus Diplomatenkreisen verlautete.

Krise mit neuer Dimension

Grund für die Beunruhigung in der Euro-Gruppe ist die fehlende politische Rückendeckung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi für den Sparkurs von Finanzminister Giulio Tremonti. Deswegen gibt es nicht nur an den Märkten Zweifel, das mit 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verschuldete Land könne zum zweiten Griechenland werden, weil es Reformen und Konsolidierungsschritte nicht umsetzt. Neben Italien geriet auch Spanien erneut in den Sog. Die Krise sei "systemischer als je zuvor", sagte Finanzministerin Elena Salgado. Der Euro sackte um über ein Prozent ab.

IWF-Chefin fordert auch Italien zur Umsetzung von Sparpaket auf

Hinsichtlich der Befürchtungen, Italien könne als nächstes Euro-Land seine Schulden nicht mehr alleine in den Griff bekommen, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde, die Bedenken seien "hauptsächlich marktgesteuert". Einige der italienischen Zahlen seien hervorragend, dennoch sei es ein "klarer Fakt, dass sich das italienische Wachstum verbessern muss". Italien müsse die bereits beschlossene Haushaltskonsolidierung und die Sparmaßnahmen umsetzen, um das Defizit zu senken.

Schäuble: "Die übliche Aufregung"

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) versuchte indes zu beschwichtigen. Italien sei auf einem guten Weg. Einer Verdoppelung des Euro-Rettungsschirms auf 1,5 Billionen Euro, wie es laut "Welt" von der EZB gefordert wird, erteilte er eine Abfuhr. Das seien die üblichen Gerüchte, die "mit der Realität nichts zu tun haben".

Italien besser aufgestellt als Griechenland

Auch zahlreiche Wirtschaftsexperten gehen nicht vom Schlimmsten aus. Denn Italien habe zwar hohe Schulden, allerdings habe Rom bereits Sparpakete beschlossen. Zudem ist das Land wirtschaftlich gut aufgestellt. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der EU. Viel Industrie und einen funktionierenden Arbeitsmarkt. Zudem sind 55 Prozent der Staatsschulden in italienischer Hand. Der italienische Anleihenmarkt gehört außerdem zu den größten der Welt. Investoren wüssten, dass sie ihre Anleihen wieder leicht loswerden könnten, schreibt das "Handelsblatt".

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Wirtschaft
"Viel Geld geht unver- steuert am Staat vorbei"

Umfrage: So sehen Griechen in Deutschland die Lage. zum Video


Anzeige
Haushaltsgeräte von Samsung kaufen & Prämie sichern
jetzt auf otto.de
Anzeige
Dein Wunschmix: Daten, MIN/SMS wie du es brauchst
Prepaid wie ich will von congstar
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal