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Schuldenkrise: Anleger bangen um Südeuropa


Spanien und Italien  

Anleger bangen um Südeuropa

03.08.2011, 10:21 Uhr | Financial Times Deutschland

Schuldenkrise: Anleger bangen um Südeuropa. Spanien und Italien ächzen unter der zunehmend hohen Zinsenlast (Foto: imago)

Spanien und Italien ächzen unter der zunehmend hohen Zinsenlast (Foto: imago)

Die Schuldenkrise in Europa nimmt wieder ernste Formen an: Die Zinslast für Spanien und Italien wird zunehmend unerträglich. Das macht Investoren und die Euro-Retter nervös - Spaniens Ministerpräsident verschiebt sogar seinen Sommerurlaub.

Italien und Spanien geraten angesichts wachsender Konjunktursorgen immer stärker in den Strudel der Schuldenkrise. Beide Länder müssen zunehmend hohe Zinsen für ihre Staatsanleihen bieten. Die Rendite zehnjähriger italienischer Papiere stieg am Dienstag in der Spitze um einen Viertelprozentpunkt auf 6,25 Prozent, den höchsten Wert seit 1997. Für zehnjährige spanische Bonds wurden zeitweise 6,45 Prozent Zinsen fällig.

Nur kurze Ruhephase

Die Schuldenkrise in Europa nimmt damit kurz nach dem Krisengipfel zu Griechenland erneut ernste Ausmaße an. Die Verkaufswelle bei den Anleihen zeigt die wachsenden Zweifel bei Investoren, ob Spanien und Italien ihr Haushaltsproblem noch aus eigener Kraft in den Griff bekommen können - und die Euro-Staaten überhaupt in der Lage wären, nach den Rettungsaktionen für Griechenland, Irland und Portugal auch diese Länder aufzufangen.

Der erneute Druck der Märkte sorgt inzwischen auch für Nervosität in der EU. Ein Spitzenpolitiker der Euro-Zone sprach von einer "ziemlich ernsten Lage". Die EU-Kommission und die spanische Regierung bestätigten intensive telefonische Beratungen zwischen Brüssel und den EU-Hauptstädten. Spaniens Ministerpräsident José Luis Zapatero verschob seinen Sommerurlaub.

Krisengipfel berät über künftigen Kurs

Italiens Finanzminister Giulio Tremonti berief ein Krisentreffen mit Vertretern der Zentralbank, der Markt- sowie der Versicherungsaufsicht ein. Für heute (Mittwoch, 03.08.) ist ein Gespräch mit Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker geplant. Ebenfalls heute will sich Ministerpräsident Silvio Berlusconi  in einer Rede zur politischen Zukunft des Landes äußern.

Erst im Juli hatte die Regierung in Rom im Eiltempo ein Sparpaket über 48 Milliarden Euro verabschiedet. Allerdings erschwert es die schwache Konjunktur dem Land erheblich, seine Schulden abzutragen. Im ersten Quartal wuchs die italienische Wirtschaft mit 0,1 Prozent so gut wie gar nicht. Hohe Zinsen für Staatsanleihen verschärfen die Situation noch.

Marktteilnehmer fürchten Rückfall in Rezession

"Die Märkte fürchten, dass die Welt in eine Rezession zurückfällt, und in der Euro-Zone werden die Peripheriemärkte darunter am stärksten leiden", so Alessandro Giansanti, Stratege bei der niederländischen Bank ING. Ralf Schreyer, Anleiheexperte der Fondsgesellschaft DWS, sagte: "Die jüngste Lösung für Griechenland hat unsere Einschätzung der Peripherieländer nicht geändert. Wir sind nicht sicher, ob das Problem eingedämmt ist."

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, ein neues Hilfsprogramm wie für Griechenland, Portugal und Irland stehe nicht zur Debatte. Italien und Spanien hätten die nötigen Maßnahmen ergriffen, um ihre Staatsfinanzen und die wirtschaftliche Entwicklung in den Griff zu bekommen. Auch die Industrieländerorganisation OECD vertrat die Ansicht, dass Italien mit seinem jüngsten Sparhaushalt die richtigen Maßnahmen zur Verringerung des Defizits getroffen habe.

Deutsche Bank stößt Italien-Papiere ab

Italiens Wertpapieraufsicht verlangte indes von der Deutschen Bank nähere Informationen darüber, dass das Institut sein Risiko gegenüber dem italienischen Staat von acht Milliarden Euro auf rund eine Milliarde Euro abgesenkt hatte. Ex-Premier Romano Prodi hatte der Bank "Mangel an Solidarität" vorgeworfen.

Eine Ursache für die Unsicherheit an den Märkten sind offene Fragen nach dem Euro-Gipfel. So ist unklar, wann genau die geplante Umschuldung griechischer Anleihen stattfinden wird. Die Euro-Länder müssen ihre Verträge über den Krisenfonds EFSF und den künftigen Mechanismus ESM ändern, dazu sind in einigen Ländern wie Deutschland noch Parlamentsbeschlüsse nötig.

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