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Rückkehr zur D-Mark?


Euro-Schuldenkrise  

Warum wir nicht mehr zur D-Mark zurück können

15.08.2011, 12:12 Uhr | dpa, t-online.de, dpa

Rückkehr zur D-Mark? . Starke Scheine: Viele Bürger wollen die D-Mark zurück  (Quelle: imago images)

Starke Scheine: Viele Bürger wollen die D-Mark zurück (Quelle: imago images)

Im Zuge der grassierenden Schuldenkrise in Euroland fordern viele Bürger in Deutschland die Rückkehr zur D-Mark. Auch unter Finanzexperten gilt das Auseinanderbrechen der Eurozone als ein denkbares Szenario. Doch führende Ökonomen rechnen für diesen theoretischen Fall einer D-Mark-Wiedereinführung mit einer wirtschaftlichen Katastrophe.

D-Mark würde superstark werden

Es klingt so einfach: Deutschland tritt aus der Eurozone aus, führt die einst so stabile D-Mark wieder ein, braucht nicht mehr für die Schuldenstaaten Griechenland, Portugal und was da noch so kommt blechen. Doch das ist zu kurz gedacht. Die D-Mark würde nämlich gegenüber fast allen anderen Währungen auf der Welt deutlich an Stärke gewinnen. Die Folge: "Die Exporte würden innerhalb weniger Monate deutlich abstürzen", sagte Gustav Horn, der Wissenschaftliche Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung.

Horn erwartet in einem Interview mit der "Welt am Sonntag", dass eine wieder eingeführte D-Mark gegenüber dem Dollar und anderen europäischen Währungen stark an Wert zulegen würde, ähnlich wie dies zuletzt beim Schweizer Franken passiert ist: "Bei einer Aufwertung von nur zehn Prozent würden die Exporte auf Dauer um vier bis fünf Prozent zurückgehen. Die zu erwartende Aufwertung würde aber wohl ein Vielfaches dessen sein. Das wäre dann eine wirtschaftliche Katastrophe", erklärte Horn.

Mittelstand würde ausgelöscht

Ähnliches erwartet Michael Burda, Ökonom an der Berlin Humboldt Universität: "Die wieder eingeführte D-Mark könnte innerhalb weniger Monate um 50 Prozent aufwerten", sagte er der Zeitung. "Das würde den deutschen Mittelstand mit einem Schlag auslöschen."

Neue Finanzkrise möglich

Eine Finanzkrise in Deutschland als Folge einer D-Mark-Wiedereinführung befürchtet Daniel Gros, Direktor des Brüsseler Centre for European Policy Studie (CEPS). Schließlich hielten Banken viele Anleihen aus anderen Euro-Ländern, die sie vermutlich weitgehend abschreiben müssten, wenn die neue D-Mark gegenüber anderen Währungen aufwertet: "Das Finanz- und Bankensystem bräche komplett zusammen", sagte Gros. "Die Banken würden sich untereinander kein Geld mehr leihen, die Unternehmen bekämen keine neuen Kredite mehr und die Institute würden die ausstehenden Kredite einfordern. Die deutsche Volkswirtschaft würde massiv einbrechen, vielleicht nur um 20 Prozent, vielleicht aber auch um 30 Prozent."

Sind Eurobonds eine Alternative?

Derweil stemmt sich die Bundesregierung vehement gegen die immer lauteren Forderungen nach europäischen Staatsanleihen - ein weiteres Szenario zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise. "Es bleibt dabei: Es gibt keine Vergemeinschaftung von Schulden und keinen unbegrenzten Beistand", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dem "Spiegel" zu den sogenannten Eurobonds. Diese seien ausgeschlossen, "solange die Mitgliedstaaten eine eigene Finanzpolitik betreiben".

Die "Welt am Sonntag" berichtete dagegen, Schritte hin zu einer Transferunion würden in der Bundesregierung inzwischen zumindest nicht mehr kategorisch ausgeschlossen. Um Strategien zur Euro-Rettung geht es auch beim Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy am Dienstag.

Bisher gibt jeder Euro-Staat eigene Anleihen heraus. Mit Eurobonds würde die Schuldenaufnahme zum Teil auf die gesamte Zone verteilt. Der Zinssatz bei diesen Anleihen wäre für alle Staaten gleich, die Euro-Krisenländer kämen zu günstigeren Konditionen an Geld. Für Eurobonds sind etwa Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker und Währungskommissar Olli Rehn. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hingegen bekräftigte seine Warnung: Für Deutschland würde eine gemeinsame Euroanleihe höhere Zinsen bedeuten und damit zulasten des Steuerzahlers gehen, sagte er dem "Handelsblatt".


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