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Euro-Länder spielen sich als Pfandleiher auf


Euro-Länder spielen sich als Pfandleiher auf

20.08.2011, 15:54 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Euro-Länder spielen sich als Pfandleiher auf. Die Eurozone kommt nicht zur Ruhe (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Die Eurozone kommt nicht zur Ruhe (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Mühsam haben die Euro-Staaten das Rettungspaket für Griechenland ausgehandelt - und nun das: Finnland macht mit Athen einen Extra-Deal, Geld gibt es nur gegen ein Pfand. Prompt verlangen andere Länder dasselbe. Experten warnen, daran könne die ganze Währungsunion scheitern.

Ein Riss geht durch die Euro-Zone, und er wird immer größer: Seit Griechenland und Finnland am Dienstag eine Zusatzabmachung zum zweiten Hellas-Hilfspaket schlossen, herrscht zwischen den Mitgliedstaaten heftiger Streit. "Es geht zu wie im Kindergarten", heißt es aus Brüssel. "Es ist, als ob ein Kind ein tolles Spielzeug entdeckt hat, das Monate unbemerkt herumlag - und jetzt wollen ganz viele es haben."

Athen gibt Finnland Geld, um Geld zu bekommen

Das "Spielzeug" ist allerdings hochgefährlich - ungefähr so wie eine Splittergranate in einem Sandkasten. Es verbirgt sich hinter einem einzigen Satz in den Beschlüssen des Euro-Rettungsgipfels vom 21. Juli. Demnach können Mitgliedsstaaten unter Umständen ein Pfand für Risiken verlangen, die ihnen durch die Beteiligung am Rettungsschirm EFSF entstehen.

Genau das macht Finnland nun: Es beteiligt sich wie vereinbart am zweiten Rettungspaket für Griechenland. Im Gegenzug zahlt der Pleitestaat Finnland eine Sicherheit. Sprich: Finnland gibt Griechenland nur Geld, wenn Griechenland Finnland Geld gibt.

"Wenn die Finnen das kriegen, wollen wir das auch."

Das klingt absurd. Es geht aber noch grotesker: Nachdem Athen und Helsinki ihren Geld-gegen-Geld-Deal besiegelt hatten, meldeten sich weitere Euro-Staaten zu Wort. Plötzlich heißt es aus Österreich, Slowenien, der Slowakei und den Niederlanden: "Wenn die Finnen das kriegen, wollen wir das auch."

Die Forderungen pervertieren die Grundidee des EU-Rettungsfonds. Die Solidarität der Euro-Staaten bröckelt, das von der EU bereits abgesegnete zweite Hilfspaket für Griechenland ist plötzlich bedroht - und mit ihm im Zweifel der Erhalt der Währungsunion.

Euro-Experte: Finnen-Deal ist hochgefährlich

"Die griechisch-finnische Hybridlösung ist für die Euro-Zone brandgefährlich", sagt Daniel Gros vom Centre for European Policy Studies. Die EU müsse dem Wahnsinn rasch Einhalt gebieten. Noch drastischere Worte wählt Österreichs Finanzministerin Maria Fekter. Die EU-Vereinbarung könne das Rettungspaket "sprengen", sagte sie laut der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Wie funktioniert das griechisch-finnische Abkommen? Was sind die Motive der EU-Staaten? Und wie bedrohlich ist der Streit für Europa? Antworten auf die wichtigsten Fragen:

1. Teil: Euro-Länder spielen sich als Pfandleiher auf

2. Teil: Was genau fordert Finnland?

3. Teil: Warum gibt es Nachahmer?

4. Teil: Wie teuer wird der Streit für Europa?

5. Teil: Bricht jetzt die Euro-Zone auseinander?

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