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Rogoff warnt vor europäischem Banken-Sturm


Rogoff warnt vor europäischem Banken-Sturm

22.09.2011, 10:28 Uhr | cd, t-online.de

Rogoff warnt vor europäischem Banken-Sturm. Warnt vor einem neuen Bankensturm: Harvard- Ökonom Kenneth Rogoff (Quelle: dpa)

Warnt vor einem neuen Bankensturm: Harvard- Ökonom Kenneth Rogoff (Quelle: dpa)

Neues Risiko für die Banken in Europas Schuldenländern: Wenn Sparer plötzlich ihre Konten leer räumen, könnte das gesamte Bankensystem zusammenzubrechen, warnt der Harvard-Professor Kenneth Rogoff im "Handelsblatt". Rogoff gilt als einer der führenden Experten für Staatsverschuldung.

Der ehemalige Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF) sagte, ein Bank-Run sei aktuell die größte Gefahr für die Euro-Zone. Anleger würden immer mehr daran zweifeln, ob ihr Geld bei den Banken noch sicher sei. Die Lösung des Problems sei eine enge fiskalische Union: "Die Euro-Zone muss eine Evolution, die eigentlich eine Generation gedauert hätte, im Zeitraffer durchlaufen". Vor allem Deutschland müsse bestrebt sein, strengere Regeln für das Finanzsystem durchzusetzen, um nicht "noch in hundert Jahren für Süditalien zu zahlen."

Euro-Staaten beschädigen Glaubwürdigkeit der EZB

Auch eine Umschuldung einzelner Staaten brachte Rogoff ins Spiel, da die Regierungschefs der Euro-Länder nach seiner Beobachtung bisher keine rote Linie gezogen hätte. Anstatt einmal Klartext zu reden, hätten sie stattdessen die Europäische Zentralbank (EZB) dafür eingespannt, den Krisenländern mit den umstrittenen Käufen von Staatsanleihen unter die Arme zu greifen. Mit dieser Aktion hätten sie aber die Glaubwürdigkeit der EZB schwer beschädigt.

Rogoff ermahnte die Europäer, nicht zu sehr auf die Amerikaner zu hören. Deren Interesse gelte nicht einer langfristigen Lösung der Schuldenkrise, sondern erst Mal der Präsidentenwahl 2012. Der US-Regierung sei sehr viel daran gelegen, die Währungsunion nicht vor den Wahlen platzen zu lassen, sagte Rogoff.

Hohe Inflationsrate kann Bekämpfung der Schuldenkrise erleichtern

Er erneuerte seine Forderung, Zentralbanken müssten Inflationsraten von fünf bis zehn Prozent zulassen, um eine Bekämpfung der Schuldenkrise zu erleichtern. "Im Vergleich zu einer neuen Finanzkrise, die womöglich einen Großteil der Ersparnisse ausradiert, wäre doch ein Verlust von fünf bis zehn Prozent durch höhere Inflationsraten ein gutes Geschäft." Rogoff weilt im Moment in Deutschland, weil er am Donnerstag von Josef Ackermann den "Deutsche Bank Prize in Financial Economics" verliehen bekommt.

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