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Schuldenkrise überschattet Herbsttagung von IWF und Weltbank


Schuldenkrise überschattet Herbsttagung von IWF und Weltbank

22.09.2011, 16:03 Uhr | dapd, dapd

Schuldenkrise überschattet Herbsttagung von IWF und Weltbank. Sorgt sich um die Weltwirtschaft: US-Finanzminister Timothy Geithner (Quelle: AFP)

Sorgt sich um die Weltwirtschaft: US-Finanzminister Timothy Geithner (Quelle: AFP)

Die Schuldenkrise in Europa überschattet die diesjährige Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Investoren und Analysten sind skeptisch und erwarten von dem am Freitag beginnenden zweitägigen Treffen in Washington keine Durchbrüche, die das Vertrauen in das europäische Finanzsystem wiederherstellen können. Für die neue IWF-Chefin Christine Lagarde ist diese Krise zugleich ein erster, harter Test.

Die IWF-Chefin warnte diese Woche bereits zum wiederholten Male davor, dass die großen Volkswirtschaften in eine Rezession abzugleiten drohen, sollten keine entschiedenen und koordinierten Maßnahmen ergriffen werden. Jüngst senkte der IWF seine Wachstumsprognose für die USA und die EU-Staaten für das Jahr 2012. Als Hauptgrund dafür wurden die Schuldenprobleme der europäischen Staaten und die lahmende US-Wirtschaft genannt.

Weltwirtschaft in einer "gefährlich neuen Phase"

Nach Ansicht von IWF-Chefökonom Oliver Blanchard befindet sich die Weltwirtschaft in einer "gefährlichen neuen Phase". Er berichtete, dass viele Investoren zunehmend daran zweifeln würden, dass stark verschuldete Länder ihre Schuldenproblematik in den Griff bekommen können.

Als erster US-Finanzminister überhaupt reiste Timothy Geithner in der vergangenen Woche zu einem Treffen der europäischen Finanzminister nach Polen, um Lösungsmöglichkeiten für die Krise zu diskutieren. Dabei brachte Geithner Programme ins Gespräch, die die USA in den Jahren 2008 und 2009 zur Belebung ihrer Wirtschaft anwendeten. Er forderte aber auch gleichzeitig ein stärkeres Engagement der europäischen Staaten.

Druck auf Europa wird wachsen

"Märkte reagieren nicht gut auf die Gefahr einer Bankrottlawine", sagte Geithner im US-Fernsehen. Das Wichtigste sei, dass die Regierungen katastrophale Risiken eliminieren. Allerdings kamen Geithners Anregungen in Polen nicht bei allen gut an, einige Teilnehmer empfanden seinen Auftritt als zu belehrend. Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter kritisierte einige von Geithners Vorschlägen. Immerhin stehe die US-Wirtschaft schlechter da als die der Euroländer, sagte sie.

Wenn die Finanzminister der G-20-Staaten nun zu einem Arbeitsessen und am Freitag zu weiteren Besprechungen zusammenkommen, wird der Druck auf Europa wohl noch weiter wachsen.

China kann Europa nicht retten

Einigen Vorschlägen Geithners zufolge könnte Europa gerettet werden, indem Länder mit einem großen Außenhandelsüberschuss, allen voran China, einen Teil dieses Geldes wieder in europäische Staatsanleihen stecken würden. Allerdings warnte Weltbankpräsident Robert Zoellick, dass es keine Kardinallösung für die Schuldenkrise gebe. Wenn das nach Pro-Kopf-Einkommen noch immer arme China das reiche Europa retten soll, werde es in China Widerstand geben, prophezeite er. "Das wird einfach nicht passieren", sagte er diese Woche.

In einer Rede, die als Indikator für die Themen der Herbsttagung gilt, lobte Lagarde in dieser Woche das Konjunkturprogramm von US-Präsident Barack Obama. Allerdings müsse dies mit langfristig angelegten Maßnahmen zur Kontrolle der Staatsausgaben einhergehen, sagte sie. Besonders die stark verschuldeten europäischen Staaten müssten ihre Ausgaben in den Griff bekommen. Die europäischen Banken forderte sie zur Aufstockung ihrer Kapitalreserven auf, um gegen mögliche Kreditausfälle gewappnet zu sein.

Wenig Fortschritte erwartet

Allerdings erwarten Investoren und Analysten von dem dem Treffen wenig Fortschritte über die üblichen gemeinsamen Erklärungen hinaus, in denen die großen Wirtschaftsmächte engere Kooperation versprechen, aber wenig konkrete finanzielle Zusagen machen.

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