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Trichet: "Europa ist das Epizentrum der Krise"


Trichet: "Europa ist das Epizentrum der Krise"

26.09.2011, 13:14 Uhr | AFP, dapd, dapd, AFP

Trichet: "Europa ist das Epizentrum der Krise". Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). (Quelle: dpa)

Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). (Quelle: dpa)

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hat eine große Mitverantwortung Europas für die Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten eingeräumt. In einer Rede auf der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank warnte Europas oberster Währungshüter vor weiteren Turbulenzen an den Finanzmärkten.

Trichet: Lage prekärer als bei Lehman-Pleite

"Wir haben eine globale Krise der Kreditwürdigkeit von Staaten und wir sind das Epizentrum dieser Krise", sagte Trichet in Washington. Der EZB-Chef hält die Lage sogar für gefährlicher als beim Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008, denn an den Märkten halte man inzwischen sogar einen Zahlungsausfall von Schlüsselländern für nicht mehr ausgeschlossen.

Das Risiko für die Stabilität des europäischen Finanzsystems habe sich in den vergangenen Monaten erhöht, zitierte Trichet einen diese Woche erschienenen Bericht des Europäische Ausschusses für Systemrisiken. "In die Zukunft gesehen, ist entschiedenes und zügiges Handeln aller Verantwortlichen notwendig."

Trichet fordert von Regierungen entschlossenes Handeln

Die Regierungen forderte er zu einer nachhaltigen Finanzpolitik und zu wachstumsfördernden Strukturreformen auf, die das Vertrauen der globalen Märkte in die Kreditwürdigkeit der EU-Staaten wiederherstelle. Unter anderem forderte Trichet eine zügige Umsetzung der Beschlüsse des G-20-Gipfels von Pittsburgh, die Umsetzung der Basel-III-Regelung zur Stärkung der Kapitalausstattung von Banken und zur besseren Überwachung des Finanzsektors.

Trichet wirbt um Verständnis

Zugleich warb Trichet um Verständnis für die Entscheidungsprozesse in der europäischen Schuldenkrise. "Wir sind Demokratien", sagte der EZB-Präsident. Die Ratifikation für das Ende Juli beschlossene zweite Hilfspaket für Griechenland und die Ausweitung der Aufgaben des Euro-Rettungsfonds sei in den nationalen Parlamenten im Gange.

Am Donnerstag entscheidende Abstimmung in Deutschland

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zuvor gesagt, er rechne mit einem Abschluss des Ratifikationsprozesses bis zur zweiten Oktoberwoche. In Deutschland ist die Schlussabstimmung im Bundestag für Donnerstag angesetzt.

Ohne Rettung Athens zerbricht laut Minister EU

In einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" warnte der Finanzminister zugleich vor einem Scheitern der Rettung Griechenlands: "Die EU würde enorm an politischem Vertrauen und weltweiter Handlungsfähigkeit verlieren." Ein Scheitern hätte sogar globale Folgen. "Wenn wir es nicht schafften, den Euro stabil zu halten, leidet mehr als nur die Währung - unser Zusammenhalt und unser Handlungsspielraum in einer globalisierten Welt", sagte Schäuble.

Schäuble: Griechenland braucht noch rund zehn Jahre zur Erholung

Griechenland müsse deshalb unter allen Umständen in der Euro-Zone gehalten werden. Doch die Rettung wird dauern. Das Land braucht nach Einschätzung von Schäuble noch rund zehn Jahre, um sich von seiner derzeitigen Schuldenkrise zu erholen. Ob die Rettungsmaßnahmen letztlich erfolgreich seien, hänge aber vom Durchhaltewillen der Griechen ab: "Am Ende muss das Volk entscheiden, ob es die Last tragen kann und will."

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