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Wirtschaftsweise fordern klaren Schuldenschnitt für Griechenland


Wirtschaftsweise fordern Schuldenerlass für Griechenland

29.09.2011, 09:47 Uhr | dpa, t-online.de, t-online.de, dpa

Wirtschaftsweise fordern klaren Schuldenschnitt für Griechenland. Kann eine klare Umschuldung die Griechenkrise beenden? (Quelle: Reuters)

Kann eine klare Umschuldung die Griechenkrise beenden? (Quelle: Reuters)

Das EU-Gipfeltreffen im Juli hat die Gefahr einer Eskalation der Schuldenkrise in der Eurozone noch lange nicht gebannt. Um der "derzeitigen Abwärtsspirale zu entkommen", haben jetzt die fünf deutschen Wirtschaftsweisen und französische Top-Ökonomen einen klaren Schuldenschnitt für Griechenland gefordert. Ein Verzicht auf die Hälfte der Griechen-Schulden steht im Zentrum ihres Rettungsplans.

In einem Aufruf in der "Financial Times Deutschland" schreiben zehn Top-Wissenschaftler, nach wie vor bestehe die Gefahr, "entweder unbegrenzter Unterstützungsleistungen oder eines unkontrollierten Zerfalls der Währungsunion". Die Gläubiger Griechenlands sollten darum "auf ungefähr die Hälfte des Nominalwerts ihrer ausstehenden griechischen Staatsanleihen verzichten".

Umschuldung kann zu Kettenreaktion führen

Um den Umschuldungsprozess stabil zu gestalten, sollte der EU-Rettungsschirm EFSF eigene Anleihen ausgeben, so der Vorschlag der Spitzenökonomen. Griechische Staatsanleihen im Wert von 100 Euro sollten dann gegen EFSF-Anleihen zu 50 Euro getauscht werden können. Zudem solle der EFSF ermächtigt werden, die Banken mit starkem Griechenland-Engagement zu stützen. Allerdings räumten die Experten ein, dass diese Umschuldung "indes zu einer Kettenreaktion bei anderen Krisenländern führen" könnte.

Spanien und Italien müssten "ihre Wachstumsreformen beschleunigen und können gegebenenfalls eine Notfallkreditlinie beim IWF beantragen", schreiben die Ökonomen weiter. Dabei sei es hilfreich, dass Italiens Staatsschulden eine lange Restlaufzeit hätten und Spanien Konsolidierungs- und Reformprogramm recht weit vorangekommen seien.

Regierungen, EFSF und EZB müssen an einem Strang ziehen

Aber die Wirtschaftsfachleute sagen auch: "Selbst wenn die genannten Solvenzprobleme gelöst sind, bleibt noch immer das Risiko einer sich selbst erfüllenden Liquiditätskrise." Darum müssten Eurozonen-Regierungen, der EFSF und die Europäische Zentralbank entschlossen und gemeinsam handeln. Das alles sei zwar "kurzfristig sehr schmerzhaft". Es ebne aber den Weg zu langfristiger Stabilität - denn der "Teufelskreis aus Banken- und Schuldenkrise" könne so durchbrochen werden.

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