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US-Börsenaufsicht wirft Ratingagenturen schwere Fehler vor


US-Börsenaufsicht wirft Ratingagenturen schwere Fehler vor

01.10.2011, 18:39 Uhr | dapd, t-online.de, dpa, dpa, t-online.de, dapd

US-Börsenaufsicht wirft Ratingagenturen schwere Fehler vor. Die Urteile der Rating-Agenturen sind umstritten (Quelle: AFP)

Die Urteile der Rating-Agenturen sind umstritten (Quelle: AFP)

Ihr hartes Urteil ist gefürchtet - jetzt müssen die Ratingagenturen selbst harsche Kritik einstecken. Die US-Börsenaufsicht (SEC) hat die zehn größten Bonitätsprüfer unter die Lupe genommen und gravierende Mängel in ihrer Arbeit beanstandet.

Eigene Regeln nicht befolgt

Die Börsenaufsicht wirft den Agenturen vor, "offenkundige Fehler" zu machen. In dem SEC-Bericht wurde unter anderem eine mangelnde Kontrolle von Interessenkonflikten der Mitarbeiter kritisiert. In einigen Fällen befolgten die Agenturen nicht einmal selbst aufgestellte Regeln, hieß es. Die Bonitätswächter arbeiteten nicht zeitgerecht und präzise. Sie erwarte, dass sich die Agenturen der Beanstandungen schnell und effektiv annehmen, erklärte die SEC.

Einzelne Agenturen, bei denen die SEC Probleme sieht, werden in dem Bericht nicht genannt. Die Börsenaufsicht halte es für wirksamer, mit jeder der betreffenden Agenturen direkt zu sprechen, zitierte die "Washington Post" am Samstag Carlo di Florio von der für Inspektionen zuständigen SEC-Abteilung. Der Report erfasst den Zeitraum vom 1. Dezember 2009 bis 1. August 2010.

Bessere Kontrollen gefordert

Generell mahnt die SEC bessere interne Kontrollen zur Vermeidung von Interessenkonflikten und von undichten Stellen vor der Veröffentlichung von Entscheidungen über ein Rating an. So heißt es etwa in dem Bericht, dass bei einer Agentur ein "Schlüsselanalyst" eine wichtige Rolle bei der Bewertung eines Unternehmens gespielt haben könnte, in die er selbst investiert habe. Bei einer anderen größeren Agentur seien möglicherweise Informationen über ein bevorstehendes Rating vorab an einzelne Personen herausgegeben worden.

Die Börsenaufsicht listet auch einen Fall auf, in dem eine der größeren Firmen ihre Rating-Methodik bei einer beträchtlichen Zahl bestimmter Wertpapiere "fehlerhaft" angewendet habe. Die SEC äußert sich insbesondere besorgt über die Verzögerung "bei der Entdeckung, Offenlegung und Behebung des Fehlers" und über das "Ausmaß, in dem Marktanteil- und Geschäftserwägungen dabei eine Rolle gespielt haben könnten".

Probleme bei allen Bonitätsprüfern

Gegenüber einer früheren Überprüfung 2008 habe es zwar einige Fortschritte gegeben, bei allen Agenturen seien jedoch noch Probleme zu verzeichnen. Die Prüfung, die jährlich wiederholt werden soll, war Teil einer im vergangenen Jahr verabschiedeten Reform zur besseren Überwachung der Finanzmärkte. Unter den zehn untersuchten Agenturen waren auch die drei größten: Moody's, Standard & Poor's (S&P) und Fitch. Bei welchen Agenturen die schwerwiegendsten Probleme ausgemacht wurden, teilte die Börsenaufsicht nicht mit.

Den drei großen Agenturen wird vorgeworfen, an der Finanzkrise von 2008 eine Mitschuld zu tragen, weil sie riskanten Anlagen eine hohe Sicherheit bescheinigten. Nach dem Platzen der Immobilienblase waren diese Anlagen wertlos. Kritiker werfen den Agenturen darüber hinaus einen systemischen Interessenkonflikt vor, da sie von denselben Firmen bezahlt werden, die sie prüfen.

Agenturen reagieren gelassen

S&P-Sprecher Ed Sweeney sagte, das Unternehmen freue sich, dass die SEC die Verbesserungen anerkenne, die in den vergangenen Jahren unternommen worden seien. Moody's-Sprecher Tony Mirenda erklärte, das Unternehmen begrüße die konstruktiven Empfehlungen der SEC. Fitch erklärte, es sei erfreulich, dass der Bericht keine wesentlichen Mängel bei Fitch feststelle.

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